Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Wissenschaft in Gewerbe und Industrie
Person:
Richter, Karl Thomas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-32777
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-34561
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ich will nicht sagen immer aber zumeist die Resultate der Vers 
bindung des höheren Denkens und der wissenschaftlichen Vil2 
dung mit der gewerblichen und industriellen Arbeit. Es ist die 
Werthproduction der Wissenschaft im materiellen Giiterleben. 
In dem Augenblicke, in dem diese Werthe in den Verkehr ein: 
treten, d. h. sich der Eonsumtion anbieten, stellen sie sich in der 
materiellen Gestalt des Preises der Erfindung und Entdeckung 
dem Consumenten dar. Dieser Preis hat einen doppelten In: 
halt. Er ist in einem Theile der Preis der rein materiellen 
Werthe der Erfindung und Entdeckung, und enthält den ErsaH 
der Werthe der verwendeten materiellen Güter, den Arbeitslohn 
und den Verdienst; er ist im zweiten Theile der Preis der 
rein.geistigen Werthe der Erfindung und Entdeckung und ents 
hält den Ersah der Werthe des verwendeten geistigen Kapitals, 
den Lohn des Studiums, der Bildung und der Versuche und 
endlich den Preis, welcher nicht den, sondern das Verdienst 
darstellt. Es liegt im Wesen der Wissenschaft und der hohen 
geistigen Bildung, daß ihr Preis in der Erfindung jenen der 
materiellen Werthe derselben so überwiegt, daß derselbe fast 
allein als maßgebend betrachtet werden kann. Die natürliche 
Folge dieser Erscheinung ist, daß der Verkehr, sobald er die 
geistige Arbeit unbelohnt, das Verdienst unberiicksichtigt im 
Preise lassen kann, sobald er also die gesammte geistige Arbeit 
durch die Nachahmung zu ersetzen vermag, daß der so Pros 
duzirende das Product der Erfindung und Entdeckung dem Eons 
sumenten um den Preis bieten kann, der die materiellen Werthe 
und höchstens die Kosten der Nachahmung enthält. Es ist klar, 
daß, wo die vollständige Vogelfreiheit der Erfindung herrscht 
und die rüoYsici;tslose Nachahmung erlaubt ist, die gesammte Ers 
werbskraft der Wissenschaft in der gewerblichen und industriellen 
Arbeit zerstört, die geistige Arbeit im Augenblicke ihrer Producs 
tion stets und zwar immer nur für sich entwerthet wird. Diese 
natürlichen wirthschaftlichen Folgen sind die Basis für die Bils
        

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