Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-32462
t.Ic1U 
 Ihm gegenüber ein 1narokkanisches kleines Wohnhans3 und 
neben ihm der Bazar der Japanesen, zwei Reihen Buden, die 
hinten durch einen überaus zierlichen an die pompejanisehen 
erinnernden Hausgarten abgeschlossen wird. Hier drängt sich 
die Menge immer noch dichter als vor den Türkenbuden und 
kein Mensch kehrt zurück ohne einen Fächer, Tasse oder irgend 
ein anderes Nichts erbeutet zu haben, so daß bis neue Vor: 
räthe anlangen die Buben geschlossen werden mußten. Diese 
.Japanesen sehen indes; von allen Orientalen, wo hinter dem 
ehrtoürdigen Bart meist ein tüchtiger Spis3bnbe steckt, am sym: 
pathischsten und kulturfähigsten aus. H An den Ufern des 
äußerst malerischen Heustadelwassers ziehen sich nun bis zur oft: 
.lichsten Ausgangspforte noch eine Anzahl Bauten, so die große 
Triestiner Restauration, weiterhin ein Pavillon mit Eisenmöbeln 
u. a., zuletzt der hohe Obelisk einer Cementfabrik. Denkt man 
sich nun den ganzen weiten Raum mit Blnmenparkets bepflanzt, 
durch kolossale Baumgruppen, Statuen, Fontainen, den überall 
die Gebäude überragenden Wald, oder die herrlich herüberwin: 
kenden Minarets,f die stolze Kuppel der Rotunde in der Ferne 
belebt, dazu rauschende Musik von allen Seiten her, eine bunte 
harmlos vergnügte Menge dazwischen, überall sich die malerischste 
Perspective eröffnend, so muss man gestehen, das; sichs kaum 
etwas Reizenderes in dieser Art denken läßt. 
Sehr interessant ist dann auch der Weg, der üch hinter 
dem Kaiserpavillon und dann längs des Ausstellungsgebäudess 
bis zum Heustadelwasser hinzieht. Da stoßen wir rechts unter 
den Waldbäumen auf die glänzende Restauration der Fräres 
Provencaux, stets gefüllt mit der Elite der Ausstellungsgäste, 
neben ihr ein Wirrsal aller möglichen Holz: und Cementbautcn, 
lSBkekE Von PSVkMVlek in KUfftein und Liszbauer in Wien, vor 
ihnen ein reizender Terracotta:Brunnen von Otto Braufewetter in 
Wagram in Renaissance; weiterhin ein zweiter in farbigen Terra: 
cotten auch sehr hübsch von Lederer und Nesseniy; links dann der 
prachtvolle Pavillon der östreichischen Sparkasse, dem man alles 
eher ansieht als das Sparen. Jhm folgt ein großer Pa: 
villon mit Bergbau und chemischen Produkten, Glas:, Thon: 
Waaren er. von Stark. Weiterhin der Pavillon des kleinen 
Kindes, der wenigstens die Kinderei sehr gut repräsentirt, die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.