Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-32278
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aber nur mit Achtung von dieser Produktion sprechen, die einen 
so außerordentlich hohen Grad von technischer Fertigkeit, wie 
selbst feinem, künstlerischem, vor allem aber ganz speciell colo: 
riftischem Geschmack und Talent sich angeeignet. 
Schon die Thätigkeit der graphischen Künste, deren Schätze 
wir in der südlichen Quergalerie finden, hat etwas überaus; 
Blendendes, wenn auch nicht in dem Maße wie seinerzeit in 
Paris.  Da noch in den legten Tagen vor Beendigung dieser 
Arbeit die Ausstellung der graphischen Künste wie der Archi: 
tektur bei den Franzosen endlich halbwegs vollendet wurde, so 
ward mir es möglich, auch hier das Nöthigste gleich nachzu: 
tragen. Im Grunde find bei der Architektur die vom Mini: 
sterium der öffentlichen Arbeiten ausgestellten Pläne das in: 
teressa11teste. Dieselben bestechen außerordentlich durch die Schön: 
heit der Arbeit, da die französischen Architekten, besonders die 
aus der Schule Viollet le Ducls alle oft sehr geschickte Maler 
sind, und ihre Zeichnungen meist einen großen künstlerischen 
Reiz haben. Zieht man ihn aber ab, so wird man am archi: 
tektonischen Kern nicht allznviel finden woran man sich erbauen 
könnte. Man darf daher wohl behaupten, daß Wien für die 
Architektur dermal ein weit interessanterer Platz sei, mehr wirk: 
lieh Schöpferisches3 dort zu Tage gefördert werde als an der Seine. 
Das Bedeutendste find wohl jedenfalls die Pläne le Duc7g 
zum Palais de Justice, aber wie die meisten franzößschen Pro: 
ductionen zeigen auch sie ein außerordentlich sleißigcs Studium 
der klasfifchen Style, nur um sie dann schließlich alle zu me: 
dernisiren und untereinander zu mischen, fast genau so wie in 
der Industrie.  Was von Viollet le Dur da war, hatte alles 
schon 1866 in Paris paradirt, und besonders auch einen Haupt: 
reiz in der überaus feinen und eleganten Behandlung der 
Zeichnungen. Sonst sind mir bei meiner freilich flüchtigen 
Reime des Vielen nur noch die von Boeswillwald, BalIu, 
Eallian, Baraban, Devrez aufgefallen.  
Weit interessanter als die architektonische ist die AuZstel: 
lung der graphischen Künste, in denen die Franzosen ja von 
jeher excellirten. Jn der Radirung übertreffen ne uns auch 
heute noch, da so viele ausgezeichnete Künstler selbst radiren; 
so im Figürlichcn Henriette Brown, der tneisterhafte Flameng,
        

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