Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-31951
HAVE 
Herren gelernt. Während die Franzosen bei allen Glasuren 
lasirend verfahren, um die Fläche lebendig zu erhalten, den 
Untergrund durchscheinen zu lassen, wird. bei uns mit dickem 
Farbenauftrag genau so wie mit Punktiren und Tüfteln in der 
eigentlichen Porzellanmalerei allesstodt gemacht. 
Sehr bedeutend ist die Industrie in allen möglichen Stein: 
arten, an denen Deutschland ja so reich ist. So sind überaus 
angenehm und edel durch ihre ernste tiefe Farbe die Renaissance: 
Kamine der sächsischen Serpentinstein:Gesellschaft in ZöbliH. 
Seine herrliche Farbe eignet den Serpentin auch besonders zu 
Poftamenten für Bronzefiguren und ich wundere mich, daß er 
dazu noch nicht benutzt worden.  An Cementarbeiten wie: 
mannichfaltigen Steincompofitionen aller Art ist natürlich Ueber: 
fluß. Jch erwähne hier nur die Compofition von Fr. Walz in 
Pforzheim, bei der man Abgüsse von der Feinheit des Gypses 
und Dauerhaftigkeit des Steins vereinigt findet, und sie auch 
leicht waschen kann.  
Ich habe nun noch von den Metallgiifsen Einiges nachzu: 
tragen, was ich erst im Annex gefunden. So die schönen Eisen: 
güsse von Wasseralfingen, Treppen, Candelaber, Oefen u. dgl. 
Nur meist wieder zu mager. Warum so reich dotirte Staats: 
anstalten nicht.mehr künstlerische Hülfe in Anspruch nehmen, ist 
überhaupt schwer abzusehen und noch viel schwerer zu billigen, 
da die Kosten für dieselbe im Ganzen kaum in Betracht kommen. 
Wir haben einen wahren Ueberflusz:an Werken aller Art, welche 
uns die herrlichen Arbeiten der Renaissance in dieser Art zeigen, 
Liibke, Teirich, die Stuttgarter Gewerbehalle bringen Material 
in Fülle, ganz in der Nähe stehen einem die herrlichsten Can: 
delaber von A. Rizzio u. A., welche die klugen Jtaliener in 
Venedig nnd Padua abgegossen, vor der Nase, aber lernen 
muß man freilich wollen. 
So sind bei den technisch bewunderungswürdigen Abgiisfen 
der Stolberg:Wernigerodelschen Eisenhütte in Jlsenburg, die allen 
französischen die Spitze bieten können, sobald He alte Waffen, 
Harnische, getriebene Arbeiten er. nachgieszen, die eigenen Er: 
zeugnifse sehr viel zweifelhafter im Geschmack, so z. B. eine 
große Treppe, wo man mit Eisen eine Behängung des Gelän: 
Tiers mit Stoffen ßngirte.  Ziemlich gut find dann die gal:
        

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