Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-31676
XII: 
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des Auslandes ebenbürtig, den meisten überlegen machte. sss 
In dieser Beziehung steht das in .der Mitte befindliche große 
Trink: und Dessertservice für den Kaiser von Oestreich, nach 
Art der Bergkrystallgefässe des sechzehnten Jahrhunderts von 
Stork componirt und von Eisert gravirt, mit Gold: und Silber: 
fassungen von Razersdorsfer oben an. Aber am Ende sind sie 
es trotz aller Feinheit doch nicht, welche den Charakter dieser 
Fabrikation bestimmten, sie zeigen ihn nur auf der höchsten 
Höhe, jenes geschieht vielmehr durch die Tafelaufsäye und Ge: 
fasse für den Handel, welche Hausen viel früher entworfen 
nnd die dann ihre wunderbare Ausführung und feinfühlige 
Präcision der ruhigen Energie Lobmeyrs verdanken. Die erste 
Anregung zu solchem Streben kam demselben wohl durch das 
östreichische Museum, das in dieser Beziehung so vieles hervor: 
gerufen. Später erst folgte die Verbesserung des Ausputzes und 
der organischen Verbindung mit Bronze, Holz und anderem 
Material, wie wir sie in einem großen TafelaufsaH nach Hausen, 
kaum weniger glänzend aber auch noch bei einer großen Menge 
anderer Gegenstände bethätigt sehen. Die Ausführung der Gläser 
gehört durchgängig der Leitung Kraliks, Firma Meyrs Neffe in 
Adolph, und nur die Fassung, Gravirung und Malerei, so 
weit sie nicht ornamental, wird theils in Wien unter Lobmeyrs 
unmittelbarer Leitung, theils in Haida besorgt. 
Nachdem er so nach diesen Seiten hin die schönsten Re: 
sultate erhalten, Styl und Form gereinigt und zur vorerst 
größten erreichbaren Höhe getrieben, hat sich Lobmeyr erst in 
neuerer Zeit mit besonderem Eifer auf die am weitesten zurück: 
gebliebene Seite dieser Jndustrie, die bessere Ausbildung und 
Ausnützung des coloristischen Elements geworfen. Er kann auch 
hier schon eine Anzahl glücklicher Erfolge verzeichnen, wenig: 
stens ist seine Ausstellung die einzige, wo nichts mehr das 
Auge beleidigt, ja das rein ornamental verzierte in der Regel 
ihm wohlthut. Einige Vasen, besonders von grünblauem Glas, 
nach Girard und Rehländers, auch Hanfens Entwürfen, zeigen 
auch schon feine und schöne Wirkungen. Jst unter den Male: 
reiens, der mangelnden grauen Töne undsder zu großen Tiefen 
halbersdie der Blumen im Grunde noch die schwächste, so wird 
sie doch nie beleidigeiid, ja wäre oft mit einer kleinen Geschmacks:
        

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