Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-30836
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Die italienische Malerei. 
es nnd, oft so liederlich angebracht, daß man weder sie noch 
die Namen des oft sehr hochhängenden Malers lesen kann. sss 
Man ist also unvermeidlichen Jrrthümern ausgesetzt.  
So gleich bei dem in vieler Beziehung bedeutendsten histo: 
rischen Bilde: der Niedermegelung der Makkabäer von Ciseri; 
jedenfalls einer sehr gewissenhaften und mit ungewöhnlicher 
Energie und Kenntniß durchgeführten großen Arbeit. 
Wir sehen einen großen Hausen Erschlagener übereinander 
gethürmt,in allen möglichen Stellungen, ein noch fast knaben: 
hafter Jüngling, offenbar der Letzte des Geschlechts, blickt eben 
zum Himmel mit ausgebreiteten Armen, ob schon zum Tode 
getroffen oder nur um sich selbst zum Fallen zu bereiten, ist 
nicht genau zu sehen. Ueber ihnen seht man einen dicken 
Herrscher auf seinem unter großem Portikus errichteten Throne, 
dem Gemeyel ruhig zufehend, das noch nicht aufgehört, denn 
hinter dem Leichenhügel sieht man noch Henker und solche die 
Speere werfen. Unterm Kaiser trägt man einen Eberkopf wohl 
zum Frühstück vorbei, rechts und links von ihm End Magistrats: 
personen oder Hofleute mit prächtigen Köpfen, im Hintergrunde 
sieht man die Häusermassen nnd Tempel einer großen antiken 
Stadt sich Hügel aufwärts und thalab ziehen.  War die 
Handlung nicht deutlich zu machen, so ist es doch die Geschicklich: 
keit des Malers, der eine groszartige Auffassung in den Köpfen, 
Stylgefühl und Knappheit in der Compoütion und sehr acht: 
bares Können, nicht nur Wollen, offenbar besitzt, weit selb: 
ständiger ist, als die meisten andern. 
 An die älteren Venetianer, vor allem an Carpaccio, lehnt 
Ich mit Glück Amos Cassidli in seiner nicht viel verständlicheren 
Geschichte an, wo Salvani Almosen sammelt, um seinen Freund 
aus dem Gefängniß zu befreien. Er thut das auf dem Markt: 
Platz einer italienischen Stadt des 13. Jahrhunderts  wohl 
Siena  vor einem guten Theil der Bürgerschaft, besonders 
aber der edlen Frauen, die in Gruppen versammelt stehen, wie 
ihm denn eine solche, die sehr schön erfunden ist, gerührt durch 
sein Flehen, eben ihren Schmuck reicht. Das Bild hat eine 
Menge sehr gelungener individueller und schöner Gestalten und 
Charaktere. Kann man sie nur loben, so erwähne ich der in 
vielen deutschen, selbst Fachblättern, schon lange rühmend aus:
        

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