Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-30789
Malerei. 
englifk11C 
Die 
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Tuns, wie das spit3findig iiberkluge und höfifch wit:.ige des 
Narren sind vortrefflich gegeben. Im Ganzen haben aber doch 
die bei der englischen Malerei noch mehr als bei uns beliebten 
Jllustrationeu den hier glücklich vermiedeneu Fehler, daß sie 
sehr leicht, wenn man die ihnen zu Grunde liegende Dichtung 
UiTht kennt, unverständlich und uumotivirt aussehen. Jedes 
Bild soll aber sich selbst erklären, sonst taugt es nichts. 
So bringt Calderon ein ,,nach der ScblachtU hetiteltes Ge: 
mälde, wo an einem Banernhause vorbeiziehend Engländer sich 
mit einem kleinen allem nach französischen Jungen necken, 
ihm wahrscheinlich vorschlagen, n1itzuziehen, was er aber ent: 
schlossen verneint. Die Schilderung der lustigen Mnsketiere ist 
jedenfalls sehr frisch und gelungen, besonders die eines kleinen 
sTambours. 
Ganz der Gegenwart gehört das im Sinne der Engländer 
jedenfalls bedeutendste Bild der Llusstellung von dem berühmten 
Schilderer ihres modernen Lebens, Frith. Es zeigt uns den 
Strand von Ramsgate mit feiner eleganten Som1nerbevölkernng 
von Seebadgästeu, in mancherlei durchweg gut erfnndenen und 
oft sehr ergöhlichen Gruppen. III der Nähe sieht das Bild fast 
bunt ans, aber in der Ferne zeigt  ein feines Studium der 
Lustwirkungen in seinen durch zartes Silbergran getrennten, fast 
durchgängig von weichem Reflexlicht des fonnebeschienenen 
Bodens beleuchteten Gruppen. Jndesi hat der berilh1nte Maler 
mit seinen rosigen Miffes, die so modern modifch nicht nur 
aussehen, sondern auch gemalt sind, doch noch weit bis zur 
klassischen Vollendung eines Wilkie in seiner Auffassung der 
Charaktere. Komifih find fie.indef3 fast immer erfunden, so be: 
sonders ein kleines elegantes Mädchen, das von einer alsscheu: 
lichen Alten geliebkost werden will nnd sich nun den Kopf im 
Kleid der Mutter verbirgt n. dgl. m. 
Weniger modern süß nnd größer in der Zeichnung ist eine 
Nachmittagsscene von Jsildes, wo elegante junge Damen und 
Herren sich im Kahn fchankeln und die Zeit mit Musik ver: 
kürzen, bei der wir in Anbetracht der musikalischen Befähigung 
der Eugländer überdies; noch die besondere Genngthnnng ein: 
pfinden, sie nur sehen, aber nicht hören zu müssen. Nach 
Spanien zus.einem eben crfchosicnen Schmuggler führt uns dann
        

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