Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-28236
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-30684
Die Malerei der KleinfIaaten. 
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fast besser, sind nochdie modernen Damenbilder De Jonghels 
und Verhas, ganz allerliebst durchgeführt eine Schmollscene von 
Serrure. In der späteren Manier des Leys, und recht gut 
die triumphirende Rückkehr eines Schüheukönigs von Vinck. 
Da ich Wierz und Wappers im Hauptsaal gedacht, sowie der 
prachtvollen Mühle von Fourmois, so sehen wir uns mit ihr 
im Freien, wo noch weiter der schönen und gesunden Bilder 
Schampeleers, besonders seiner schönen Vaumlandschast von der 
Amper, die in Composition wie Farbe Ach mehr an die deutsche 
Auffassung anschlies;t, sowie einer hübschen Architektur von Bau 
Moer zu gedenken. 
Unter den Thiermalern ist eine Episode vom Hundemarkt 
M Paris von Joseph Steevens durch ihren ganz classischen Ton 
herdorstechend, auch die Bilder Verlats zeigen ebenso viel Frische, 
wenn er Thiere malt, als etwas Ledernes, wenn er an die 
Menschen geräth. 
Der einst so berühmte Verboeckhoven dagegen ist heute 
ganz überholt, und auch die mit weidendem Rinddieh über: 
deckte immense Leinwand von de Hans hat außer einer gewissen 
Farbenfrische wenig ,fiir sich anzuführen. Wie denn die ganze 
Tendenz der Schule, ein paar Historienmaler ausgenommen, 
Mk ausnahmslos aus die bloße farbigesErscheinung ausgeht, 
ja noch mehr als die Franzosen das was die deutsche Kunst 
auszeichnet, die Schilderung des Seelen: und Gemüthslebens, 
die feine Beobachtung des Menschen in feiner Bewegung ganz 
vernachlässigt, sich eigentlich lediglich auf bald bessere, bald 
schlechtere Modellmalerei beschränkt, und womöglich noch weniger 
.Geist und Humor dabei zeigt als die französischen 
Holland. 
 Jn fast noch höherem Grade gilt dies; von der Kunst des 
vlamändischen Brudervolks, wo nur der leider ausgebliebeue 
Alma Tadema eine Ausnahme macht. Sieht man den so ruhig 
gen und wohlthuend harmonisch zusammengestimmten Saal, der 
ganz das feste, derbe, ein wenig schwerfällige, aber auch behag:s
        

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