Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Gewerbe
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-24113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-27661
stellt, als Silhouette zeichnet, und die außerdem die 
glatte effektlose Fläche belebt und durch Ausfangen 
oder Abhalten der Sonnenstrahlen Licht und Schatten, 
diese Motoren der Stimmung, mit kluger Berechnung 
austheilt. Die Massen an sich,können harmonisch be: 
wältigt sein, ohne daß schon dadurch dieser Theil der 
Ausgabe, den 1nan im allgemeinen die Zeichnung nennt, 
und der viel zum Charakter des Ganzen beiträgt, voll: 
ständig gelöst wäre. Je weiter die Ausführung des 
Bauwerks vom Grundriß zur äußern Gestaltung fort; 
schreitet, je mehr die logische Bewegung zur ästhetischen 
wird  desto mehr verschwindet die starre Nothwens 
digkeit des Zwecks, desto mehr gewinnt die individuelle 
Freiheit der Empfindung Raum. Damit soll jedoch 
nicht gesagt sein, daß die Zeichnung dem willkiihr: 
lichen Ermessen des Künstlers anheimgestellt sei, sie 
muß aus der Gruppirung eben so logisch hervorgehen 
als diese aus dem Zweck; sie setzt nur denselben Ge: 
staltungsprozeß bis in die äußersten Spitzen der Er: 
scheinung fort. Ihre Mittel bestehen in dem weiter 
entwickelten Borg und Zurücktreten der Massen und 
Theile, das schon im Grundrisse vorbereitet ist: in 
Andeutung der Trennung einerseits, in Vereinigung 
des Getrennten andererseits, durch vorspringende 
Partieen, Gesimse, Stäbe, Zierathen, sowie überhaupt 
durch das Ansehen und Abbrechen, das Unterschneiden 
und Wölben, den Gang und Schwung der Linien.
        

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