Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Gewerbe
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-24113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-27629
IX. 
Da nun die Baukunst keine fertigen Modelle in 
der Natur vorfindet und wie diese selber zu verfahren 
hat, so wird es wohl das Einsachste sein der Natur 
auf dem Wege zu folgen den sie bei Hervorbringung 
ihrer Bildungen einschlägt. Auch die Natur baut ihre 
Gestalten nach dem Prinzip der Zweckmäßigkeit zu; 
sammen, indem sie die einzelnen Faktoren gruppirt, 
die Gruppen wieder abtheilt, die einen unter; die andern 
überordnet, noch andere koordinirt, und so den Eins 
druck eines einheitlichen Ganzen hervorbringt indem 
sie die Theile in innerlich logische und, diesen ents 
sprechend, in äußerlich harmonische Beziehungen zu 
einander setzt. Auf diese Art schreitet die Natur vom 
allgemeinen zum besondern, von der zweckdienenden 
Nothwendigkeit zur individuellen Freiheit fort; und 
die ai1muthigen Bewegungen des schönen menschlichen 
Körpers erinnern z. B. in keinerlei Weise an die 
mechanischen Bedingungen der überwundenen Schwere. 
Das Gesetz der Gruppi,rung, das durch die 
ganze Natur geht, ohne welches jedes Gebilde uns 
möglich Wird, ist UND auch das Grundgesetz der Archi: 
tektur, und der gewerblichen Kunst überhaupt. Grup: 
piren heißt ein Ganzes schaffen durch Hervorbringung 
von Theilen, und Theile schaffen durch Hervorbringung 
 eines Ganzen; beides bedingt sich. Mit andern Worten:
        

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