Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Gewerbe
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-24113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-27616
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Die 
Gewerbe. 
sum im 
Je mehr freilich das Bedürfnis; dem die Baue 
kunst dient, ein ideales ist, desto mehr tritt die gemeine 
Zweckmäßigkeit zurück, indem sie sich in die künstlerische 
aufhebt: der Bau scheint nur noch einen Zweck zu 
haben, den nämlich die gewollte Stimmung auszus 
drücken und zu bewirken. Dieß gilt, wenn auch in 
geringerem Grade, von jedem architektonischen Kunst: 
werke. Selbst das künstlerisch durchgefiihrte Privats 
haus läßt ganz vergessen daß es dem Bedürfnisse 
dient. Jener Eindruck des Wohlabgetheilten, Hars 
monischen, Wohnlichen, Behaglichen, den es auf uns 
macht, erzeugt eine Stimmung höherer, ideeller Natur 
vor welcher das gemeine Bediirsniß verschwindet. Diese 
Empfindung hat ihren Grund nicht im physischen 
Wohlbesinden, das weit geringere Anforderungen macht, 
sondern in der Bewältigung und Bergeistigung der 
Materie die uns durch die schöne Begrenzung der 
Räumlichkeit, durch die logische Gruppirung und den 
Schmuck der Theile zum Bewußtsein kommt. Der 
Geist des Menschen ist in die Materie gefahren und 
hat sie nach seinem Bilde geformt  das heifztEnicht 
nach seinem äußern physischen Bilde, sondern nach 
dem Bilde seines denkenden Jchss er tritt uns nun 
aus der Materie wieder entgegen, und gibt uns das 
Gefühl daß wir hier etwas unserem Wesen Adäquates 
vor uns haben, daß wir hier zu Hause find.
        

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