Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Gewerbe
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-24113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-27429
2Lestl7etifrlJe vortragen. 
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Charakter der ihnen mehr oder weniger das Gepräge 
eines organischen, durch innere Gesetze gewordenen 
Gebildes ausdrückt. Wir dagegen, die wir nicht fühlen 
was wir sollen, müssen wissen was wir wollen. 
III. 
Was in erster Linie das unsichere Umhertasten 
Unserer Kunstbestrebungen verursacht, ist das Siechthum 
der Baukunst,. dieser Mutter aller Künste. Die eigent: 
liche Funktion des Geistes, die Bewältigung der 
Materie, wird von der Kunst versinnlicht, und nan1ent: 
lich von der Baukunst symbolisch dargestellt, welche 
man nicht ohne Intuition eine ,,gesrorene MusikU ge; 
nannt hat; denn wie die Musik die Begrenzung der 
Zeit durch den Raum ästhetisch fühlbar macht, so 
bringt die Architektur die Begrenzung des Raums 
durch die Zeit zur Anschauung. Diese allgemeinste 
und .abstrakteste der bildenden Künste zeigt das Gleich: 
gewicht der Theile, die Harmonie der Verhältnisse  
dieses Grundgesetz aller Kunst ss in unmittelbarster 
Klarheit. Wo daher die Baukunst im Argen liegt, 
tappt der Geschmack im Finstern. 
Aber die Baukunst ist nicht nur das theoretische 
Prinzip, sie ist auch die praktische Grundlage der plasti: 
schen Künste, indem sie denselben die Wohnung be: 
reitet. Sobald sich die Baukunst aus der Qeffentlichs
        

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