Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Gewerbe
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-24113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-26761
Reaktion. 
4iJeliograplJie durch 
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entkräftet und die Schöne erlöst. Dann nickt er 
wieder ein. Inzwischen ist allerdings die Patentfrist 
abgelaufen, und die Erfindung Poitevin7s der öffent: 
lichen Domäne anheimgefallen; aber gerade im Kriegs: 
jahr, das mit der darauf folgenden Geschäftsstockung 
die Heliographie in ihrer Entwiälung aushielt. 
Die Geschichte der Photolithographie ist übrigens 
ein sprechender Beweis für die unvernünftige Ein: 
richtung unseres Patentwesens. Ein bemittelter Koni 
kurrent kauft eine Erfindung, läßt sie unbenü1zt liegen, 
verhindert andere sie nutzbar zu machen, und beraubt 
die Gesellschaft viele Jahre lang eines wirkungsreichen 
Fortschritts. Das heißt den Geist in den Geldkasten 
fperren. Und mit welchem Recht9 Wohiitte Poitevin 
die Photolithographie hergenommen, ohne Talbot, der 
ihm das ,,Photo,U ohne Sennefelder, der ihm das 
,,Litho,U und ohne Mungo Ponton, der ihm das 
,,GraphieU dazu lieferteP Der Patentbesi1zer kann 
freilich nicht alle Bestrebungen innerhalb seines Bei 
reichs verhindern; .aber er kann ihnen zusehen, da 
sie ja doch keine industrielle Bedeutung gewinnen, 
so lang er im Hintergrund steht mit feinem Prozeß 
und ihnen die Lebensquellen abschneidet. So ist nun, 
Dank dem Patentrecht, die vielleicht vortheilhafteste 
der heliographischen Methoden bis jetzt eine der un: 
fruchtbarsten geblieben; denn erst durch die Hülfs: 
1nittel der Oeffentlichkeit und durch die Reibung des
        

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