Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Gewerbe
Person:
Pfau, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-24113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-25807
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Daguerreotypisten zu befriedigen; und nach einigen 
Tagen sah man auf allen Plätzen von Paris dreibeinige 
Guckkasten vor Kirchen und Palästen aufgepflanzt. 
Sämmtliche Physiker, Chemiker und Gelehrte der 
Hauptstadt polirten Silberplatten, und selbst der höhere 
Wiirzkriimer konnte sich unmöglich die Genugthuung 
versagen, einen Theil seines Zeitlichen aus dem Altare 
des Fortschritts in Jod zu verdampfen und in Queck: 
ssilber zu verräuchern. Bald erschien auch eine Schrift 
in welcher Daguerre sein Verfahren auf7s genaueste 
beschrieb, und da  o Schmerzl  mein Geld nicht 
zum Apparate reichte, kaufte ich die Broschüre um 
wenigstens in Gedanken zu daguerreotypiren. Ich 
sehe sie noch vor mir, in ihrem violettgrauen Ums 
schlag, auf dem als Bignette das Pantheton abgebildet 
War mit der Inschrift: ,,Aux grands h0mmes la 
patrie rec0nnaissanie.H Der Herausgeber hatte nicht 
umhin gekonnt dem Erfinder mit dem Holzschlegel der 
Unsterblichkeit zu winken. . 
Von den liebenswürdigen Philistern die sich dieser 
neuen Beschäftigung widmeten, sah sich übrigens mehr 
als einer grausam enttiiuscht. Denn wie wenig 
Schwierigkeiten die Operation auch Leuten vom Farbe 
darbot, sie bedurfte immerhin einer gewissen wohl: 
verstandenen Genauigkeit die nicht jedermanns Sache 
ist. Mancher Enthusiast wurde daher etwas abgc: 
kühlt, wenn er auf seiner Platte nichts. als sinstere
        

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