Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von Einführung des Christenthums bis zu Anfang des 15. Jahrhunderts
Person:
Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-7211
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-9916
Von Mitte des 13. bis zu Anfang des 15.Jahrh. 
Malerei. 
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dung erleben lassen sollte. Ungeachtet dieser gemüthlichen Auf: 3.Zcitk. 
fassungsweise bleibt der Künstler sehr zurückhaltend, ja feiers.A,. 
lich in seinen Bewegungen, und äußerst mäßig, ja sogar unbe2 
stimmt in seinem Ausdruck; die Zeichnung iß zwar unvoll: 
kommen, aber belebt von einem starken Gefühl für überirdische 
Schönheit, nur daß die Figuren sehr lang und schmächtig ges 
halten sind. Die Färbung ist ganz licht, besonders in der Cars 
nation; aber auch ein glcinzendes, tiefes Rothbraun steht dem 
Meister zu Gebote bei dem Mantel der Jungfrau. Die Be: 
handlung der Temperasarben ist sehr zart und verschmolzen, 
und bemerken wir hier eine Eigenthiimlichkeit, bei welcher die 
Hand des Meisters von denen seiner Gehülfen sich sichtlich un: 
terscheidet, indem er mit großer Geschicklichkeit und Feinheit 
das Weiß zur Bezeichnung lichter Stellen in den flüssigen Los 
calton aussetzt und vertreibt, was jenen nicht gelingt. sss Ganz 
übereinstimmend mit diesem Gemälde ist das Madonnenbild 
in der Morizeapelle in Nürnberg CKatalog Nro. 8J, 
auf welchem das Chrisikind die Erbsenblüthe hält; zum Theil 
auch das große Altarbild im städtischen Museum zu Cöln, 
Christus am Kreuz, dabei Johannes, der Maria in seine Arme 
nimmt und acht Apostel, ein Gemälde, an welchem die Richs 
tung des Meisters auf eine allgemeine ideale Charakteristik, 
auf eine nur Andacht weekende Stimmung ganz entschieden 
hervortritt, wenn auch die Zeichnung nachlässiger und der etwas 
süße Ausdruc der Köpfe hier noch weniger als sonst am Platze 
ist. Auf diesem Gemälde befindet sich in einem der Heiligens 
scheine Cbeim Thomas; das oben angeführte angebliche Motiv: 
gramm Wilhelms.  Dasselbe kehrt auch wieder auf einem 
Triptyehon, das uns eine andere Seite des Meisters erschließt, 
und das in der Weise eines seholasiischen Lehrgedichts das 
Thema von der unbefleekten Empfcingniß Mariä behandelt.
        

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