Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von Einführung des Christenthums bis zu Anfang des 15. Jahrhunderts
Person:
Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-7211
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-9508
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Dritter Zeitraum. 
Germani61nUS. 
 Form war man, wie wir oben gesehen haben, 
auch nicht verlegen: die von Alters her für Altar:Weihge: 
sGenke gebränchliche der Dipthchen hatte zu der Anordnung 
der gegliederten Altarwerke geführt. 
 Grabstcine und Grabdenkcnäler wurden in großer Zahl  
W angefertigt; sie enthalten Bildnißgestalten, gewöhnlich in be: 
tender Bewegung, auch wohl schlafend oder todt, mit den be: 
kannten Emblemen von Tod und Sünde, die allerdings jetzt 
noch eine entgegengesetzte Deutung zulassen, indem ein Hund 
unter den Füßen der Frau auf ,,TreueH und demgemäß der 
Löwe des Gatten auf ,,StärkeU hinweist. Vorgeschriebene 
Tracht nnd Wasfenriistung hinderten hierbei nicht selten freie 
Y;FF;s2leußerung des Geschmacks.  Ehrendenkmale aber waren so 
UIWT7Esungewöhnlich, daß vielleicht die Neitersiatue Kaiser Ottos I. 
auf dem Markt in Magdeburg das einzige Beispiel der Art in 
Deutschland ist. An den Brunnen und Fischkasten, Sacra1nent: 
häuschen und Wegkreuzen, und wo sonst die Sculptur noch 
mit der Architektur in Gemeinschaft wirkte, mußte sie sich die 
oben erwähnten in dem System der Gothik begründeten Bei 
schränkungen gefallen lassen; nnd wenn sie sich auch an einzels 
nen Stellen am äußeren Kirchcnbau, vornehmlich aber an den 
aus Holz geschnit;ten Chorstühlen im Innern das Recht für 
einen sogar ausgelassenen Humor erobert hatte, so war doch 
der Kunst selbst auf ihrem Vildungsgange damit kein eigent: 
licher Vortheil erwachsen. Nur eine Gelegenheit erscheint der 
Seulptur besonders günstig; allein sie bot sich erst dar, als die 
beste Zeit schon vorüber, als der zuerst eingeschlagene Weg 
reiner Stylentwickelung bereits verlassen war, ich meine die so: 
genannten O elberge, Stationen und Gräber Christi, 
große Relicfs oder lcbcnsgroße Statuengruppen an Kirchen, 
auf Kirchhöfen, an Anhöhen frei, oder unter architektonischen:
        

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