Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Wiederauflebens der deutschen Kunst zu Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3561101
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3563920
Tiekk, 
Friedrich 
H ard enberg, 
Schlegel. 
23l 
von Wackenroder,s ,,sBiichlein, das die Frömmigkeit als alleiniges Funda: 
ment der Kunst festsetzen wolltet. is 
Die weitere Entwickelung der romantischen Km1sttheorien entfernte 
sich eigentlich nicht von den Grundansichten Wackenroder7s, welche bis 
auf den heutigen Tag in den Kreisen nltramontaner Künstler und Kunsts 
freunde nachgebetet 1verden.MJ Dies schließt jedoch nicht ans, daß nicht 
eine gewisse Mannigfaltigkeit im Einzelnen und gewisse abweichende Wand: 
langen hervorgetreten wären. Wir fassen die wichtigsten Thatsachen, soweit 
sie sich auf den Zeitraum vor Overbeck7s nnd Cornelius7 Auftreten be: 
ziehen, kurz zusammen. ; 
In beide Schriften Waekenroder7s, namentlichsin die ,,PhantasienU, 
hatte Ludwig  ans Berlin Beiträge gegeben, die 
ihrem Geiste nnd ihrer Richtung nach von Wackenroder beeinflußt waren 
nnd mit dessen Anschauungen iibereinstimmten. Dieselben Ansichten ent: 
wickelte er dann in dem altdeutschen Kiinstlerro1nan ,,Franz Sternbald7s 
WandernngenH CBerlin 1798J weiter, der namentlich auch wieder Dürer 
verherrlichte und weitere Kreise mit rou1antifchen Anregungen berührte. Von 
Tieck dann l1eeinslns;t, trug Friedrich von Hardenberg  
ans dem Mansfeldischen die romantischen Kunstansichten in seinem Roman 
,,Heinrich von OfterdingenH und in feinen ,,FragmentenH  vor. In 
strengerer Form jedoch wurden dieselben durch Friedrich Schlegel 
 ans Hannover ausgesprochen und im Einzelnen weiter: 
geführt. Namentlich sind hier seine eigenen Beiträge zu der von ihm 
heransgegebenen Zeitschrift .,,EnropaU CFrankfurt 1803J gemeint, ins: 
besondere die ,,Gemäldebeschreibungen aus Paris nnd den Niederlanden 
in den Jahren I802 bis 1804U H, die damals überall mit dem lebs 
haftesten Antheil gelesen wurden. Zum Beschluß dieser Gemäldebeschrei: 
bangen wirft Schlegel nun die Frage auf: ,,Jst es wahrscheinlich, daß auch 
jetzt in unsrer gegenwärtigen Zeit noch von neuem eine wahre, große 
und griindliche Malerschule wieder entstehen 11nd sich dauerhaft bleibend 
und fest begründen wirdPt. Auf diese Frage, wenn auch in andern Worten 
gestellt, haben wir schon zwei verschiedene Antworten gehört: von Winckeli 
main: nnd den Klassikern, nnd von Schadow und den Realisten IS. 2l2J. 
Was sagt nun Friedrich Schlegel, der systematische Vertreter der roman: 
II; Tages, und Jahreshef1e von 1802.  
NO Vergleiche des Verfassers Aufsaß über ,,Ultmmontane KunstschrcibcrciU in 
dessen ,,Deutschen KunststudienU. S. 502 ff. 
WITH Hardenberg7s LNovalisJ Werke, herausgegeben von L. Tieck und Friedrich 
Schlegel. Berlin 1802 und in späteren Auslagen. 
H Auch in den ,,sämmtlichen WerkenH, 2. Ausgabe, Bd. VI. XWien 1846.
        

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