Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Wiederauflebens der deutschen Kunst zu Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3561101
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3563288
Ohmakht. 
Johann Martin Wagner. 
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Wangen sagt in Bezug auf diese Arbeiten, wie uns scheint, mit Recht, 
daß sie ,,in jenem bewußten und uilchternen Gefühl der Nachahmung 
der Antike gehalten seien, welches den Beschauer so kalt ltißt.HiJ Den näm: 
licheu Mangel eines crwiirmendeu Eiudrnckes wird man bei der Betrach: 
tnng seiner kuienden Statue Adolf7s von Nassau empfinden, welche im 
Dome zu Speyer das von stleuze entworfene Grabdeukmal dieses Kaisers 
krönt. Man muß durchweg die Tüchtigkeit der Arbeit, die Redlichkeit 
des Strebens, die Wiirdigkeit der Ziele, die treue Beachtung der Natur 
anerkennen,  aber die auregende, fesselnde Lebenskraft fehlt diesen 
Werken. Um jedoch nicht einseitig zu scheinen, miissen wir bemerken, daß 
Oh111achFs Arbeiten auch oft auf das Allergünstigste l1eurtheilt worden 
sind, am günstigsten vielleicht durch David d7Augers, der von ihm sagte, 
,,1uan könne seine Werke nicht genug bewundern, er sei der Correggio 
unter den Bildhauerntt. Besonders bekannt dürfte Ohmacht durch seine 
wohlgelungene, um 1796 n1odellirte Biiste Ftslopstockis sein, die er in eigen: 
häudiger Marmorausführnng nach Däue1uark verkaufte. In technischer 
Beziehung darf nicht nuerwähnt bleiben, daß Ohniacht frei nach dem 
Augenschein, ohne Anwendung des Punktirverfahreus, seine Modelle in 
Marmor nnd besonders gern in Alabafter ausführte. 
Als jüngeren Zeitgenossen dieser Männer schließen wir hier Johann 
Martin Wagner  von WiirzbnrgMJ an, der, eng bei 
freuudet mit Thorwaldseu, Rauch, Cornelins und vielen anderen mehr 
oder weniger bedeutenden Künstlern, neben diesen in eigenthiimlicher Weise 
herging, indem er deren stuustanschauungen wohl theilte, aber in der 
eigenen Knnstiibung starke Nachkläuge des vorigen Jahrhunderts doch nicht 
abzustreifen vermochte. Diese Eigenschaft charakterisirte schon Schick in 
einem Urtheile über ihn so, daß er sagte, Wagner ,,trage einen großen 
Schulsack von alten Knusttheorien mit sich  Er hatte sich 
auf der Akade1uie zu, Wieu,,die unter Füger7s Leitung stand, zum Maler 
ausgebildet, ging jedoch später zur Bild,hanerei über, in der er sich be: 
sonders dureh den langen Fries einer Darstellung der Völker: 
Wanderung, der im Innern der Walhalla sich befindet, einen Namen ge: 
macht hat. Wagner, der seit 1804, wenn auch mit einigen Unter: 
brechnugeu, bis zu seinem Tode in Rom lebte, konnte natürlich vom 
VI Kunstwerke und Künstler in Deutschland. ll. Leipzig 1845. S. 353. 
W ,,Ein LebensbildU des Künstlers; Vortrag von L. Urlikhs. Würzburg 
1866.  Eigene Schriften Wagner75: Bericht über die äginetischen Bildwerkc,. 
beVorwortct von SchelIing. Stuttgart 1817.  Ueber die Kolossc von Monte Cavallo, 
 und über die Gruppe der Niobe, im Kunstblatt von 1824 und 1830.  
NO Bei Hauch a. a. O. S. 249.
        

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