Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Wiederauflebens der deutschen Kunst zu Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts
Person:
Riegel, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3561101
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3563031
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Exemplare des ,,AlexanderzugesI. 
Alexanderzug in Gyps. Hinsichtlich der verschiedenen Exc1nplare 
dieses letzteren Werkes in ihrem Verhältnisse zu einander dürfte zu be: 
merken sein, daß Thorwaldsen diese Reliefdarstellung im Jahre 1812 als 
Schmuck für ein Zimmer im Quirinal auf Veranlassung des Bau: 
tneisters Stern, der den Palast für Napoleon neu einzurichten hatte, als 
Fries in einer Länge von 110 Fuß dänisch 1nodellirt hat. Seit 1818 
wurde dieselbe für den Grafen Son1marivaisJ unter Hinznfügung einer 
neu 1nodellirten Gruppe in Marmor ausgeführt, derart daß die Länge 
nun 128 Fuß betrug. Die Höhe maß in beiden Fällen 3 Fuß 8 Zoll 
oder 5 rön1ische Palmen. Zu der nämlichen Zeit begann Thorwaldsen 
den Fries in einem Modelle von der Hälfte dieser Höhe umzuarbeiten, 
nnd er ließ hiernach die Marmoransführung für Schloß Christians: 
barg wiederum in der alten Höhe machen; dies Exemplar hat eine 
Länge von 156 Fuß 11 Zoll. Außerdem enthält.das Thorwaldsen: 
Museum zu Kopenhagen einen Gypsabgnß vom Modell des Quiriuals 
Exemplares, alle Ergänz1u1gen nnd Umarbeitungen desselben, nnd endlich 
eine Marn1orausfiihrung der Umarbeitung in halber Höhe.  Von einer 
Namhaftmachung der Werke Thorwaldsen7s, die sich weniger leicht zu: 
gäuglich, besonders im Privatbesitze in Dänen1ark, Italien und Deutsch: 
land befinden, und derjenigen zahlreichen Arbeiten, die nach England und 
Rußland gingen, müssen wir absel;en.MJ  
Versuchen wir es nun, aus dem Studium dieser Werke, unter Berück: 
sichtignng der geschichtliihen Beziehungen und der wichtigeren Lebensumstände 
des Meisters, eine allgemeine Beurtheilung desselben abzuleiten. 
Die eigenthii1nlikhe Größe des unerreichten Künstlers beruht auf 
dem seltenen Gefühl für stylvolle, ganz besonders plastische 
H Daß dies Exemplar, wie Nagler und nach diesem auch E. Plan 1nittheilt, 
ursprünglich von Napoleon bestellt und für diesen begonnen sei, scheint eine Sage zu 
sein, welche den von Thicle CI. 305X6J mitgetheilten Urkunden gegenüber unhaltbar ist. 
U;sZur Veranschaulichung von Thorwaldsen7s Werken durch Abs oder 
Nachbildungen dienen vorzugsweise folgende Mittel: J. M. Thiele7B Kupserwerk 
in 4 Banden mit wcrthvo1Iem Texte, dänische Ausgabe Cvon der deutschen Ausgabe 
erschienen nur die beiden ersten Bande, Leipzig 1832 und 1834J. Dieselben Tafeln 
wurden mit dänischem und auch mit deutschen: Texte in kurzer Fassung Even HillerupJ 
in 4 Blinden zu Kopenhagen seit 1842 von Neuem herausgegeben:  S. Am sler7s 
Stiche des Alexanderzuges cChristiansburger ExemplarJ nach Zeichnungen von 
Fr. Overbeck u. a. München 1835; oder in neuer Ausgabe mit Text von H. Lücke, 
Leipzig 1870.  Ferner verschiedene Einzelstiche und zahllose Photographien.  
Nädhstdem würden die Abgiisse und Nachbildungen Thorwaldsen7scher Werke 
in Gyps und endlich die kleineren Nachbildungen in Biscuitporzellan anzus 
führen sein. Die Anfertigung dieser Wiederholungen, sowohl in Gyps wie in Pors 
zellan, ist fast zu einem besondern Gewerbszweig in Kopenhagen geworden.
        

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