Bauhaus-Universität Weimar

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Der Rath Reffestein, der famose LandschaftssMaler 
Hackert, der berühmte Kupferstecher Valpato. der Abbe 
und nachmalige Kardinal Spina, und andere Männer von 
Ansehen, welche im Verlaufe ihres späteren Lebens von anderen 
nicht weniger achtbaren erseht wurden, bildeten in jener Zeit 
den Kern ihrer Gesellschaft, der sich jeder Gelehrte und jeder 
gebildete Reisende in Rom anschloß;indemJedermann, der ihre 
Werke gesehen, auch wünschte, die Künstlerin kennen zu lernen. 
Ihr Benehmen in Gesellschaft war äußerst angenehm und liei 
benswürdig. Sie wußte über jeden Gegenstand verständig zu 
sprechen, mit großer Mäßigung, niemals aber war sie abspres 
chend; auch in dem, was die Kunst betraf, sprach sie mit so 
großer Zurückhaltung, daß es schien, als wolle sie Von Andern 
das lernen, was sie selbst meisterhaft lehren konnte.Jmmer frei 
von aller Eifersucht, lobte sie die Arbeiten der andern Profess 
soren, auch an den weniger geschä;3ten bemühte sie sich Vorzüge 
aufzufinden. Jedoch schmeichelte sie nie, und wennJemand ihren 
Rath verlangte, war ihre Antwort bescheiden, aber sehr aufs 
richtig. Die Gelehrten, oder sonst durch ihre Talente ausgezeichs 
nete Personen wurden aufs Beste von ihr empfangen. und da 
die Leidenschaft für Musik in ihrem Herzen noch nicht erloschen 
war, hörte sie mit Entzücken zu, wenn Jemand diese Kunst 
meisterhaft ausübte. 
Die beiden berühmtesten Jmprovisatorinen Fortunata 
Fantastici und Theresa Bandettini in Rom wollten 
Angelica kennen lernen, und Letztere gewann sie sehr lieb. Sie 
malte beide, und schenkte ihnen ihre Portraits. 
Angelicals besorgter Gotte hatte ihr eine herrliche 
Wohnung zu Castel Gandolfo gemiethet, um sie von Zeit zu, 
Zeit ihren Anstrengungen zu entziehen, damit sie der ländlichen 
Ruhe genieße; aber es fiel ihr schwer, ihr Atelier zu verlassen 
so, das; sie es nur sehr selten that, und endlich diese ländliche
        

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