Bauhaus-Universität Weimar

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ruhe entgegen. Er fühlte sein Leben ermatten und erschrak vor 
dem Gedanken, seine Tochter vielleicht in einem fremden Lande 
allein stehend verlassen zu müssen, sie  deren gutes Herz er 
kannte, welches nur gar zu leicht zu hiutergeheu war. 
Jhre unglückliche Ehe kam ihm immer wieder in den 
Sinn. Sein Wunsch wäre daher gewesen, daß seine Tochter sich. 
wieder. jedoch mit einem rechtlichen und klugen Manne vers 
bunden hätte, der ihr Schicksal sichern, ihr ein liebender Ges 
fährte und eine feste Stütze sein könnte. 
Schon vor mehreren Jahren hatte Angelica die Giili 
tigkeit ihrer Ehe von Theologen untersuchen lassen, und die 
apostolischen Missiouiire sowohl, als die katholischen Bischöfe 
sprachen die Ungültigkeit derselben aus; daher versuchte man 
diesen Ausspruch auch bei dem h. Stuhle geltend zu machen. 
Während diesfalls Schritte zu Rom gemacht wurden, 
starb derjenige, der sich fälschlich ihren Mann genannt hatte 
und  sein Tod löste die Frage. 
Der veuezianische Maler Antonio Zucchi war 
beinahe gleichzeitig mit Angelica nach London gekommen. 
Das Feuer seiner Co1upositionen. die Mannigfaltigkeit seis 
net Erfindungen, die Frische seiner Farbengebung und eine 
ihm ganz eigene Behandlung, wenn er mit Wahrheit und Freis 
heit architektonische KunstiRuineu zeichnete, hatten die englische 
Nation so angesprod2eu, daß auch ihm kein kärglicher Lohn 
seines Fleißes zufloß. den er ruhig unter Italiens heiterem 
Himmel zu genießen wünschte.  Er war Angelicals Freund, 
war viel in ihrer Gesellschaft, aber ein Feind aller Fesseln, 
hatte er nie daran gedacht, sie zur Frau zu nehmen; ihr Vas 
ter jedoch, der seinen redlichen Charakter kannte, sah in ihm 
den passendsten Mann für seine Tochter. 
Sie, welche aus Vernunft und Gehorsam gegen den 
väterlicheu Willen sich zu der Veränderung ihres Standes euts
        

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