Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ideen über Zeichenunterricht und künstlerische Berufsbildung
Person:
Hirth, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3532136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3532708
möglich, die alten Sprachen und Klasßker selbst zur Grund: 
lage zu nehmen, so erscheint mir um so dringender eine 
möglichst lebendige Einführung in die gesaminte Kunst: und 
Kulturgeschichte nothwendig. Un literarischen und bildlichen 
Hilfsmitteln hierzu ist kein Ukangel. In zweiter Linie sollte 
sich der junge Künstler mit der Geschichte der Dichtkunst 
und, wenn möglich, auch der M11sik bekannt machen; denn 
er wird seine Aufgaben im Reiche des Schönen um so 
sicherer erfassen, je inniger er den Zusammenhang seiner 
eigenen mit den Schwesterkünsten empfindet. Er betrachte 
sich als ,,Musei1sohntt im vollkommensten Sinne des Wortes. 
Neben diesen schönen Künsten und Wissenschaften können 
Rkatheniatik, Physik, Chemie, Geographie u. s. w. für die 
Künstlerbildung kaum in Betrad2t kommen. Jst daher schon 
das GYn1naßum, weil es lediglich Gelehrtenbildung anstrebt, 
für den jungen Künstler ein 2lbweg, so ist die Realschule 
in seinem Falle geradezu ßnnlos. Was der Künstler an 
Kenntnissen in der Perspektive und 2lnatomie braucht, wird. 
hier überhaupt nickt oder doch nicht in der erforderlichen 
Weise gelehrt. Der Z1Tensch soll nicht zu viel treibenl Viel 
eher würde ich einen Kursus im ,,geschäftlichen Umgang 
mit ZNenschenU und in der Kunst, das Angebot mit der 
Nachfrage im richtigen Gleichgewid7t zu erhalten, vor: 
schlagen. 
So denke ich mir den jungen 2lkadeiniker der Zukunft 
als ein mit praktischem Können und idealer tLebensweisheit 
au5gestattetes 2lmphibium. Die 2lkademien selbst aber 
werden dann immer mehr der Verwirklichung des Jdeales 
nahe kommen, welches König Max Joseph von Bayern 
vor achtzig Jahren für die ZNünchener aufgestellt hat: 
 ,,Jndem Wir Unsere 2lufmerksamkeit auf die zahl: 
reichen und bedeutenden Kunstschätze Unseres Reiches, und 
auf die ausgezeichneten, durch die Geschichte bewährten Kunst: 
anlagen der unter Unserin Szepter vereinigten Völker, sowie
        

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