Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Kunstwerk als Darstellung einer künstlerischen Vorstellung
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3544906
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3545133
versucht werden konnte, auf dem Fundamente eines solchen 
Widerspruches ein wissenschaftliches Gebäude auszuführen, 
verlangt eine Antwort. 
Die Ursache für diesen Versuch ist in der Unzuläng: 
lichkeit der Sprache zu suchen; sie hat eine Anzahl Adjektiva 
gebildet: schön, anmutig, erhaben, häßlich 2c., welche sich 
wie Eigenschaftswörter ansehen. 
Die genannten und ähnliche Adjektiva sind aber keine 
Eigenschaftswörter wie: dreieckig, kreisrund, kubisch 2c., 
sie sind ebensowenig Eigenschaftswörter, wie die Bei: 
wörter, welche Farben bezeichnen. Wir nennen eine Blume 
kurzweg blau, während sie doch nur im Tageslicht so, bei 
Lampenlicht dagegen rot erscheint. Die Eigenschaft der 
Blume besteht also nicht in der blauen Farbe, sondern darin, 
gewisse Strahlen des Lichts zu absorbieren. Die 
Erscheinung der blauen Farbe an dieser Blume ist abhängig 
von der Beschaffenheit des Lichtes, welches darauf fällt, mit: 
hin von einer Bedingung, welche in der Blume nicht ent: 
halten ist. 
Ebensowenig nun, wie eine bestimmte Farbe bedingungs: 
lose Eigenschaft eines Körpers sein kann, ist ein Gegenstand 
schön oder häßlich 2c., d. h. kein Gegenstand besitzt die Eigen: 
schaft, das Empfiuden aller Menschen auf gleiche Weise an: 
genehm oder unangenehm zu erregen. Die Erfahrung belehrt 
uns, daß dasselbe Objekt von dem einen Menschen als schön, 
von dem anderen als häßlich empfunden und bezeichnet wird. 
Hieraus ist zu folgern, daß nicht ,,schönU oder ,,häßlichtt 
Eigenschaften der Dinge sind, sondern daß ihre Eigenschaft 
lediglich aus der Fähigkeit besteht, Empfindungen zu er: 
regen. Ob diese Empfindungen angenehme oder unange:
        

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