Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Kunstwerk als Darstellung einer künstlerischen Vorstellung
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3544906
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3545227
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schung. Die Aihtnngsempfindungen sind in dieser Klasse 
nicht vertreten. 
Die dritte Klasse umfaßt das Behagen, das Wohl: 
gefallen Cwelches durch die Empfindungsursachen der zweiten 
und dritten Gattung erregt wirdJ, die Freude, das Un: 
behagen, Mißfallen, die Langeweile, den Schmerz, 
Kummer, Gram, die Trauer, Rührung, Reue, das 
Mitleid, den Ärger, Zorn, Grimm, Schauder ge. 
Von den Achtungse1npsindungen gehören hierher die Achtung, 
Bewunderung, Verachtung. 
Lassen wir die Wirkungen, welche von Erscheinungen 
des moralischen Gebietes auf unser Empsinden geübt werden, 
außer Acht, so zeigt sich, daß wir mit ,,Wohlgefallentt 
diejenige Empfindung bezeichnen, welche uns aus der Form 
erwächst, in der sich eine Sache uns darstellt und daß nicht 
der Stoff, woraus die Sache besteht, die Ursache unseres 
Wohlgefallens ist, damit ist aber auch der Sag gegeben, 
daß im Kunstwerke die Behandlung des Stoffes die 
Ursache unseres Wohlgefallens ist. 
Die Stufen oder Gradunterschiede der Empfindungen 
sind unzählbar, weil abhängig von den Ursachen und dem 
Empfindungsvermögen des Jndioiduums. Das Empfindungs: 
ver1nögen kann außer durch seine angeborene Anlage noch 
beeinflußt werden durch die Asfekte z. B. der Liebe, Freundschaft, 
des Hasses 2c. Ferner ist durch die Erfahrung bestätigt, daß 
die Erregbarkeit des Empfindungsvermögens qualitativ wie 
quantitativ nicht nur in dem einzelnen Menschen mit dem 
Wachsen seines Lebensalters sich verändert, sondern auch so: 
wohl bei den verschiedenen Völkern als auch in den verschiede: 
nen Kulturepochen desselben Volkes verschieden ist. Dieser
        

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