Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Natur und Kunst
Person:
Sterne, Carus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3526346
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3530583
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Natur und Kunst. 
bis auf den Kopf, auf im Bade gemachte Beobachtungen 
zurückführen. 
Während die alten Künstler aber ihren olyn1pifchen Göttern 
0nit einer bald zu erwähnenden AusnahmeJ die beim 
Schwimmen entbehrlichen Flügel beständig versagten7J, legten 
sie solche aufs freigebigste allen ihren allegorischen Gott: 
heiten, den Personificationen ihrer Wünsche und Ideale bei, 
gleich als wenn sie dadurch ihre Unwirklichkeit hätten an: 
deuten und ihren Unterschied von den wahren Göttergestaltcn 
versinnlichen wollen. So tragen vor allem die Sieges: 
göttinnen, welche an die germanischen Walküren erinnern, 
mächtige Flügel, ferner die Göttinnen der Hoffnung und 
des Glückes CSpes und FortunaJ, die Aurora, der Todes: 
gott und alle ähnlichen Begriffs:Gottheiten ohne Eigennamen. 
Daher sehen wir auch den alten Saturn, sobald er nicht 
als olympischer Vater des Zeus, sondern als Gott der Zeit, 
gewissermaßen als Personification der gesammten Vergangen: 
heit auftritt, mit mächtigen Schwingen ausgestattet; er tritt 
dann eben in die Reihe jener allegorischen Gottheiten, deren 
lustige Natur, Beweglichkeit, Wandelbarkeit und Unbeständig: 
keit durch die Flügel ausgedrückt werden. 
Eine ganz eigenthümliihe Mittelstellung und Doppelnatur 
kommt in dieser Beziehung dem Amor zu, der einerseits 
als Sohn der Venus, oder als Urgott und Beherrscher der 
Menschen und Götter, zur olympischen Familie gehört, 
andererseits aber als Personification des Gefühles, welches 
die Geschlechter einander nähert, auch zu den allegorischen 
II Nur ganz ausnahmsweise, z. B. als Jupiter Pluvius, sieht 
man den Götterkönig auf der Marc Aurels:Säule zu Rom mit langen 
Schwingen dargestellt, wie er im Jahre 174 im Kriege gegen die 
Quaden das dürstende römische Heer mit Regen erquickt, einen Vorgang, 
den die im Heere stehenden Christen als Wunder betrachteten und 
ihrem Gebete zuschrieben.
        

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