Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Natur und Kunst
Person:
Sterne, Carus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3526346
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3528971
der LandfkhsIfks 
Tagesi Farben 
2l9 
zogen, welche auch die übersinnlichen Vorgänge in den ihnen 
vertrauten Landschaftsbildern sich abspielen ließen, indem sie 
z. B. das Paradies in ein Lustgehölz oder das himmlische 
Jerusalem, wie die Gebrtider van Gyck, auf eine lachende 
Friihlingswiese voller Blumen: und Sonnenschein verlegten, 
und die heimische Natur ist dabei dem nordischen Kultur: 
1nenschen selbst für das Paradies, dessen geographische Lage 
ja nirgends bestimmt ist, die anheimelndste. Die naiven 
Paradiei3bilder eines Dürer, Lukas von Leyden und 
Kranach, die das erste Elternpaar im Schatten von Apfel: 
bäumen, Eichen und Buchen, Fichten und Kiefern malten, 
sind uns zutraulicher, als wenn wir Palmenwipfel im 
Hintergrunde sehen, so wenig die Nacktheit, für die man 
gewöhnlich den unsinnigen verhüllenden Ausdruck des adami: 
tisohen Kostüms gebraucht,  in eine nordische Landschaft 
paßt. Da man aber beim Paradiese trotz der Apselfrucht 
immer an einen ewigen Frühling und Sommer denkt, so 
stört uns der klimatische Widerspruch weniger, als die Rassen: 
frage, denn wir würden uns unter Palmen nur farbige 
Menschen denken können, zu welchen Adam und Eva nur 
von Prichard und einigen andern Ethnologen gerechnet 
worden sind. 
Tage5skFarl1en 
der 
13andsthufk. 
O ür die Mehrzahl der bildenden Künste liefert die Land: 
H schaft den natürlichen Hintergrund ihrer Schöpfungen. 
Die Vauwerke und plastischen Gebilde haben sich von dem 
blauen Himmel oder dem Grün der Vegetation abzuheben; 
auch für die gute Hälfte der historischen Gemälde giebt sie den 
Rahmen her, so daß jede künstlerische Betrachtung der Dinge 
mit den Farben der Landschaft beginnen muß, wenn auch
        

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