Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Natur und Kunst
Person:
Sterne, Carus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3526346
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3528083
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Natur und Kunst. 
nach alledem, was wir in andern Erdtheilen sehen, ohne 
allen Zweifel schließen, daß auch im alten Europa Blumen 
und Früchte, farbige Samen, bunte Vogelfedern, 
vielleicht selbst glänzende Käfer ebenso zur Verzierung des 
KopfpuBes und der Kleider gedient haben werden, wie sie 
es dort noch heute thun. Wer wollte behaupten, daß man 
bei uns nicht ähnlichen Federbesatz getragen haben sollte, 
wie wir ihn bei den nordamerikanischen Jndianern noch 
heute sehen; vielleicht trug auch bei uns die gescheckten 
Adler: und Habichtfedern der Mann, während er die zier: 
lichen Federn des Reihers und die bunten Federn des 
Hähers, der Elfter und Mandelkrähe dem umworbenen Weibe, 
das im Norden ja nicht wie im Süden als bloße Handels: 
waare gegolten zu haben scheint, zu Füßen legte. 
Mit der Entdeckung der Schmiedbarkeit und Gießbar: 
keit der Metalle tritt die Schmuckfrage in ein neues Stadium, 
namentlich nachdem dem kostbaren Goldsdhmuck billigere, 
oft von Händlern weit ins Land geführte Vronzewaaren 
an die Seite traten. Wie die noch nicht lange dem Welt: 
Verkehr angeschlossenen Afrikaner mit werthlosen Glasperl: 
schnüren, schweren Metallfpangen und anderm glitzernden 
Tand förmlich ihren Körper belasten, Halsringe, Armringe, 
Fußringe tragen, so scheint es ehemals auch in solchen 
Strichen des Nordens gewesen zu sein, wo man den Schmuck 
nicht selbst erzeugte, sondern gegen andre Waaren eintauschte. 
Es genügt für diese Thatsache ein einziges Belegstück anzu: 
führen, welches sich im märkischen Museum zu Berlin be: 
findet, nämlich einen aus einem Moore bei Fehrbellin 
stammenden gewundenen Bronzering von kreuzförmigem Quer: 
schnitt Csog. TorquessormJ, dem man ein Alter von unge: 
fähr 2000 Jahren zuschreibt. Er war nicht so leicht an: 
und abzulegen, wie ein derzeitiger Halsschmuck, denn er 
federt noch heute so stark, daß man ihn nur mit erheblicher
        

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