Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Raphael und sein Verhältniß zu den Zeitgenossen
Person:
Rumohr, Carl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3525290
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 Gab nun auch Lionardo zur Vereinfachnng in der Ein, 
theilung der Flächen, zur Vergrößerung der Massen, dem An; 
sehn nach den ersien Anstoß, so ward er doch, als, Naphael 
in den Stanzen, Michelangelo Ein der Sixtina malte, von bei, 
den schon in diesem einen Stücke überboten; unangesehn, daß 
der. BegrisT der neuen schönen Manier Cdes MalerischenJ nicht 
auf das MaMge sich beschränkt, vielmehr zugleich viele andere 
dem Lionardo unerreichbare Vorzüge umfaßt: den Ton, 
Schmelz, Uebergang und gewisse Spiele eines bis zum Muth, 
wiiligen behenden Pinsels, in welchen, sey es die Gewandt; 
heit an sich selbst, sey es vielmehr deren Erfolg, den neueren 
Kunsisreund lebhaft zu ergöizen pflegt. .In den meisten dies 
set Vorzüge hat, wenn wir dem Vasari folgen, Michelangelo 
in seinen Deckengemälden der ßxtinischen Kappelle dem Rai 
phael vorgeleuchtet. sOb man, oder in wiesern man dem 
Vasari einräumen dürfe, daß Naphael aus diesem Werke Vor; 
theil gezogen, ist schon voralters vielfach besprochen. worden VI. 
Doch sind die Arten noch nicht geschlossen, und Vasari hat 
auch hier die Kritik seiner Angaben durch eigene Verwirrung 
erschwert.  
Denn er gründet feine vielbespro.chene Behauptung, ,,der 
Anblick der Deckengemälde in der ßxtinischen Kappel1e häbe 
.Nnphael beiiimmt, seine Manier zu vergrößern,U auf einen 
erweislich falschen Thatbeikand. Wie denn sein Werk über, 
haupt von Verwirrungen in den Zeitangaben wimmelt, so ers 
H S. vers. ed. set1ese, T. V1I. P. 78. die AUM. des kZMTscheU 
Herausgebers. Vergl. Lan7.i sto. pItt. scuoI;i Rom. epocs1 II. RaiTacllo 
dDUkh., Pittukc vatic;me.  Neuerdings, besonders nach dem letzten, wie; 
dckaUfgeIIvMMet1 von Quatkemöre de Quiacy, I. c. p. 67. ss. ;
        

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