Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Raphael und sein Verhältniß zu den Zeitgenossen
Person:
Rumohr, Carl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524638
XI 
Unter den.Trüm1nern einer der cilteiien fiorentinischen 
iSammlungen fand ich vor einigen Jahren ein, rundes Bild, 
ivelchcs mir in diese frühe Epoche Raphtaels einzufallen schien. 
Der Gegeniianb, die Madonna mit beiden Kindern und zween 
halbcrwachsenen Engeln, deren einer das Kind der Mutter 
zur Verehrung entgegenhält, der andere, niederknieend,. den 
kleinen. Johannes dem Jesuskinde zu empfehlen scheint, findet 
jich Stück für Stück in einem Bilde des Perugino aus seiner 
besten Zeit tvon 1480s90J, gegenwcirtig im Hause der Gras 
sen Mozzi zu Florenz, bey der Brücke alle grade. VonHdies 
sem Bilde ist das unsrige eine Art Copie, doch nur der Zu; 
sammeniielIung, der Motive, nicht der Charaktere und einzel; 
nen Ausgesialtungen in den Lagert, Wendungen, Köpfen und 
Händen. In diesen zeigen sich bei; wenig äußerer Fertigkeit 
so viel richtige, tiefbegründetesWünfEhE UND Abi7ThkMy Als IN 
dieser Epoche und Schule, aus einer so hescheidenenStuse der 
technischen Entwickelung, nur dem Raphael beyzumessen sind. 
Auch die ungemein schöne, zierliche Landschaft, der frische Los 
calton der Carnation, die saubere Umrcinderung der Tafel in 
glänzendem Schwarz, scheinen für meine Vermuthung zu spre; 
then. Da endlich selbst mein .Berichtgeber in Dingen der, 
Stadt Urbino darin eine Annciherung an jenes Bildchen zu 
Urbino wahrzunehmen glaubte, der Prcistaber auf zwanzig 
Zecchinenszu bringen war; so schwankte ich nicht länger, die; 
fes jugendlich anmuthsvolle Bild für die Sammlungen der 
Majeiiät des Königs von Preußen zu erstehen. Im Museo 
zu Berlin hat es in der ersten Abtheilung die Nummer 222. 
 eMit Sicherheit weiß,ich nichts anzuführen, was jenen 
frühesten, wohl auch noch bezweiselten lJugendarbeiten unmiti 
telbar sich anschlösse. Hatte Naphael, wie doch nicht ohne
        

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