Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Raphael und sein Verhältniß zu den Zeitgenossen
Person:
Rumohr, Carl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3525612
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Italiens und Roms abinahnt, unitreitig eines der unerreich, 
.bariten Meisteriiücke der Malerep, a kkesco. Zur Rechten 
das erobernde Neitervolk, Roß und Mann voll ungebändigter 
Wildheit, unruhig, flackernd bis auf die Haarfarbe seiner 
Pferde; zur Linken bildet der Pabst, auf weißem Zelter, von 
seinem Hofe umgeben, durch weichliche Ruhe zum Hunnen; 
füriien den ßärksien Gegensatz, aber auch zu seinem rüstigen 
Vorgänger in der nahen. Gruppe des anstoßenden Bildes. 
Julius II. gehört der Entschluß, einem frischen, jugeud; 
li.chen Talente, dessen Fruchtbarkeit, sdeisen. innere Harmonie er 
ahndete, Voraussah, die Verzierung dieser Reiheivon Zimmern 
.anzuvertrauen. ,Der Reichthum an Vorstellungen, die Gründe 
lichkeit ihrer malerischen Ausbildung, bezeugt, daß Julius 
durch angemessene Belohnung, durch slebhaste Theilnahme am 
Gelingen des Werkes, durch Ungeduld und Langmuth, den 
Künstler dahin zu lenken wußte, daß er sein Höchsies leiste. 
Also ßndsdie beiden Halbrunde, welche Naphael bald nach 
dem Tode seines wahres Gönners unter Leo X. gemalt qhat, 
eine nothwendige Nachwirkung des Ansioßes, welchen der 
Künstler unter der vorangehenden Regierung erhalten hatte. 
Ueberhaupt wird Leb von den,Schriftsiellern, welche ihm Dank 
schuldigsßnd, als Beförderer der bildenden Künste viel höher 
geiiellt, als er es verdient. 
Den großartigen Anächten, dem fiandhaften, kräftigen 
Willen Julius II. verdanken die bewundertsten Werke der 
neueren Kunft, die vaticanischen Stanzen, die fixtinische Kap2 
pelle, ihre Eniiiehung. Dieser Herr führte die Kann, welche 
er nur halbentwickelr vorgefunden, im Verlaufe feiner nicht 
langen Regierung auf jene unerreichbare Höhe, zu welcher die 
Nachwelt bisher nur schüchtern ihre Blicke zu erheben ge;
        

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