Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Raphael und sein Verhältniß zu den Zeitgenossen
Person:
Rumohr, Carl Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524248
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524447
in allen Dingen dem Bedürfniß auch sich anpassen, anwend. 
bar, brauchbar sehn wollen; während die Theorie, als frehes 
Geisiesproduct, schon durch rednerische Methodik und formelle 
Consequen3 sich auszeichnet: und felbsi befriedigen kann. Im 
Resultat beider Richtungen entsieht der Unterschis:d vornehm; 
lich daher:rdaß die Praxis auch mit der Hervorbringung des 
Schönen sich beschäftigt, die Theorie aber nur mit dem Schöi 
Um selbst, wie und aus welchem Gesichtspunkt dasselbe ihr 
sich darbieten möge. Der Theoretiker fühlt also nicht leicht 
das Bedürfniß, dieeSchönheit, als etwassfür sich Denkbares, 
von densschönen Erscheinungen abzusondern, befürchtet wohl 
selbst, das Schöne möge durch Zergliederung in seinelEle. 
meine in sich aufgehoben, vernichtet werden; wohingegen 
die Hervorbringung des Schönen unablässig darauf hinleitet, 
die Schönheit abgesondert aufzufassen, ihren abgesonderten 
Begriff bis in dessen Verborgsensie Theilungen zu verfolgen. 
Denn Kunsiwerke, wie sie gleich einem einzigen, vollen Gusse 
erscheinen sollen, entstehen doch aus einer langen Folge von 
Ueberlegungen und .Handlnngen,, in welchen bald die Schöni 
heit im Allgemeinen, bald ganz. untergeordnete Schönheiten 
das Augenmer.k des Künsilers sind, wie selbst, nach geendigg 
tem Werke, der genaueren Beurtheilung und Würdigung des 
Kenners.    
Wer könnte beilreiten wollen, daß bei Aufaifung Umfass 
fEUVEV Begriffe jedes un3eitige Hcrvorkehrcn des 4UntcrgMVs 
sMkMi Als Eines Befchränktercn, iiörcnd sey2 Also UkOhk VHUE 
Grund hescheidekHßc, die Praxis, is: der .sz5ep7imkmmg des an, 
gemeinen Begriffes der Schönheit, mit dem Vorbehalte, in 
deffen lnc1ere Fülle näher einzugehen, und mit Beseitigung 
aller Emphase, welche ne den schönen E1Jscheimu1gen, dem
        

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