Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3556183
Denkmä1er 
Die 
der 
k1assisc11en Kunst. 
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F1G, I und 2. 1Itetopenre11ets vom mittleren Tempel der Burg zu sei  
minnt.  Von dem noch unbel1olfencn, aber energischen Ringen dieses 
Jiinglingsalters der griechischen Kunst bieten uns die vorstehenden beis 
den, in Tuif gearbeiteten und ursprünglich bemalten, Bi1dwerke Deus der 
Mitte des 6. Jahrhunderts das älteste Beispiel. Auf der ersten sehen wir 
den Perseus, mit Hermeshut und Fliigelschuhen angethan, im Beisein 
der Athene die Medusa tödten, welche den zu ihr aufspringenden Pegas 
sus uinkla1nmert; das zweite stellt den Herkules dar, die iiberwundenen 
Kerlcopen tragend. Stellung, Anordnung und Ausdruck der Figuren, sos 
wie die überaus rohe Arbeit tragen noch ganz den Charakter der ältesten 
Kunst; in den breiten, 1ieisehigen Massen der Glieder dagegen und eins 
zelnen Ansätzen zu kräftiger Bewegung offenbart sich schon ein gewisser 
Sinn für Naturwahrl1eit und Leben. Cvgl. Taf. 13. Fig. 1 u. 3.J 
F1G. Z und 4. 1Vtetopenre11efs vom mittleren Tempel der Vaterstadt 
se11nunt.  In diesen, ebenfalls aus Tuff gearbeiteten und ehemals fars 
bigen, Bildwerken befindet sich. die skulptur schon auf einer weit höhes 
ren Stufe. Die Verhältnisse sind schlanker, die fein gefalteten Gewänder . 
schmiegen sich lebendig den Bewegungen des Körpers an, in der Carus 
Position blickt bereits ein Streben nach künstlerischer Benutzung des 
Baumes durch und die grosse Lebhaftigkeit, ja Energie der Handlung 
vermag den fehlenden Ausdruck der Köpfe aufzuwiegen, deren Bildung, 
nach dem Haupt des Gefa1lenen auf Fig. 4 zu schliessen, noch bei jener 
alterthiin1liohen Starrheit stehen blieb. Die oberen Theile der Tafeln bis 
zu den punktirten Linien gehören modernen Ergänzungen an. 
F1ok. Z. Metopenre1lef vom silc11iehens Tempel des 0stl1üge1s zu seIlnunt. 
 Noch junger als die vorigen ist diese Darstellung des Alitaeon, der 
auf .Geheiss der von ihm beleidigten Diana in einen Hirsch verwandelt 
und von seinen eigenen Hunden zerrissen wird. Zwar erscheint die Ges 
stalt der Diana in Stellung, Bewegung und GevZandung noch ganz in 
den Fesseln des alten Kunstgepräges festgehalten; in der Bildung des 
Jägers und der Hunde dagegen zeigt sich bereits eine Freiheit der Bei 
3vegung und eine so naturwal1re Durchführung des Nackten, dass wir 
genöthigt sind, das Bildwerk bis in die zweite Hälfte des 5. Jahrhuns 
derts herabzurijcken. Die unbekleideten Theile der Göttin sind in Mars 
mer, das Uebrjge in Tuff gearbeitet.  Sämmtliche fünf selinunti.sehen 
Bildwerke werden in Palermo aufbewahrt. 
F1G. S. Kollet an einem maismornen Thron aus Sanwtl1rake.  Dieses 
Bildwerk, dessen Darstellung den 1nsehriften CAgamemnon, Taltl1ybios, 
BpeiosJ zufolge einen. Kriegsrath der griechischen Helden vor Troja dars 
stellt, ist wiederum in jener durchaus alterthümlichen Weise ausgeführt 
und erinnert lebhaft an die Vasenbilder arehaischen Styles Cvgl. Taf. 
1X, II. sAn der gesehuppten Stuhllehnc wie an anderen Theilen des 
Werkes sind Spuren ursprünglieher BeInalung erhalten.  Das Relief 
befindet sich im Museum zu Paris.  
F IG. 7. sogenanntes Kelter der Leu1:otbea.  Von mehr Fülle in den 
Formen und einer freierer: Natijrliehkeit der Bewegung ist diese Reliefs 
darstellung aus der Villa Albani zu Rom, auf welcher einer sitzenden
        

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