Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3559534
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Fünfter Abschnitt. 
römischer Gewalt mit Füssen trctend und gegen den Andrang der Römer, 
unter denen man den sich in sein Schwert stürzenden Varus bemerkt, 
die entweihte vaterlandisehc Erde vertheidigend.  Nach dem Stich von 
A. Schleich. 
FIG. 2. Die Geburt der Aphrodite, von L. von sohwanthe.ier.  Zu den 
reizcndsten decorativen Werken des Meisters gehören die Friese mit 
Scenen aus der Mythe der Aphrodite, welche ein Zimmer im 0berges 
sehoss des neuen Königsbaues zu München schmücken. Es ist eine im 
Ganzen geistreich lebendige, trefflich in antikem Sinn stylisi.rte Arbeit, 
meist auf rothem Grunde ausgeführt. Der in unserer Abbildung ents 
haltene Theil zeigt die Geburt der Anadyomene. Nereiden tragen sie 
in der Muschel an7s Land, wo die 0pfertlamme auf dem Altar bereits 
der Göttin lodert; ein Amor mit der Fackel reitet auf einem Delphin 
voran, und bärtige Tritonen blasen fr0l1l0ckend auf gewundenen Muscheln. 
 Luc1wig Schwanthaler7s VVerke, mit Erklärungen von O. Schnaas e. Düssels 
dorf 1839. 
FlG. 3. status islerderss, von L. Schauer. sDicser Künstler, I802 
zu Wien geboren und an der dortigen Akademie zuerst gebildet, kam 
1828 nach München, wo er bei Ausschmückung mancher neuer Gebäude 
thätig betheiligt wurde. Obwohl seitdem der Münchener Schule angcs 
hörend, zeichnet er sich doch in seinen Werken durch manche Eigens 
thüm1ichkeit, namentlich durch streben nach individueller Charakteristik 
aus. Ein Beispiel dieser Richtung führen wir in der 1847 im Gypsrnos 
dell beendeten, von F. Miller gegossenen und am 25. August 1850 in 
Weimar enthül1ten Statue Ilerder7s vor, welche in treuer Naturwahrheit 
und mit feiner EmpEndung den humanen, im schönsten Sinne Priesters 
lichen Charakter des edlen Mannes zur Erscheinung bringt. Die Statut; 
ist 107 hoch, das Postament aus dunkelgriinem Musehelmarmor hat 94 
Höhe.  Deutsehes Kunstblatt von Fr. Eggers I. Jahrg. 1850. 
F IG. 4. Chiron den jungen Achill auf der 1.yka unterweisend, von Dr. 
Basses.  Wir geben hier von einem jüngeren hoehbegabten Bildhauer 
der Münchener Schule, dem 1815 zu München geborencn Brugger, eine 
Gruppe, welche in der ihm eigenen sinnig feinen, einfach naiven Weise 
einen antiken Gegenstand so darstellt, dass er auch für die Gegenwart 
seine volle Berechtigung gewinnt. Das liebenswürdige Werk ist eine 
der jüngsten, erst im Gypsmodell vollendeten Arbeiten des Künstlers.  
Nach einer Photographie von Er Hanfstängl gezeichnet von J. schnorr. 
FlG. Z. Maria mit dem Leichnam Christi, von P. Widnmann.  Dieser 
Künstler C1812 in Eichstädt geb.J hat sich, der Richtung Brugger7s vers 
wandt, in den Geist der antiken Kunst mit lebendiger Frische und feiner 
Empfindung versenkt, wie namentlich sein trefflich e0mponirter und auss 
geiiihrter IIerkulessohild beweist. Unsre Darstellung gilt einem seiner 
neuesten Werke, welches grosse Schönheit der Formengebung mit tiefem 
Ausdruck des seelenschn1erzes vereint und in seiner Gomposition und 
Auffassung interessante Vergleichungspunkte mit der auf der vorigen 
Tafel unter Fig. 4 dargeste1lten Gruppe von Rietschel darbietet.  Nach 
einer Photographie von F r. Hanfstäng1 gezeichnet von J. SOI1U0kk.
        

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