Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3558800
der modernen: Kunst. 
Die Denkmäi1er 
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zu dem berühmten Brunnen auf der Piazza del Granduca zu Florenz. 
Um dieses VVerk bewarben sich sechs Bildhauer, von denen wir Baccio 
Ba.ndinelli, Benvcnuto 0ellini und Giovanni da Bologna bereits kennen 
gelernt haben. Bandinelli erhielt die Arbeit, starb jedoch, nachdem er 
eben die Marmorblöcke den Anforderungen seines Entwurfes entsprechend 
hatte brechen lassen. Nach ihm erhielt A1nmanati die .Vollendung des Wers 
kes. Er bildete als Hauptiigur des Ganzen den auf einer, von vier Meers 
Pferden gezogenen, Muschel stehenden Neptun CFig. 5J, und zwar aus 
einem Marmorbloclc, den Bandinelli schon zu behauen begonnen hatte. 
Dann stellte er auf dem Rande des Bassins vier von Satyrn und PM911 
begleitete Mecresgottheitcn, Thetis, Doris, Nereus und Proteus in Bronce 
dar, von denen zwei unter Fig. 6 und 7 abgebildet sind. Die G9skUIc9U 
leiden sämmtlich an einer gewissen Absichtlichkeit der Haltung und 
schliessen sich in den Motiven meistens direkt an bestimmte Vorbilder 
des Michel Angelo an. Das Werk wurde im Jahr 1565 aukgestellt.s 
La Pj.azza del Granduca, Taf. XVI, XlX und XX. 
F1G. 8. status Albrechts des v.von Bayern, von Peter catuI1do.s Für 
Deutschland sind uns Zunächst einige niederländische Künstler bemers 
kenswerth, welche ihre, mit italienischen Elementen vielfach verschmols 
zene, heimische Kunstweise in den deutschen Ländern verbreiteten. 
Darunter der Maler Peter Oandido, eigentlich de Witte, nach dessen 
Entwürfen das prachtvolle, von Kurfiirst Maximilian dem Kaiser Ludwig 
dem Bayer 1622 errichtete, Denkmal in der Fraucnkirche zu München 
von dem Bildhauer und Giesser Johann Icrumpter, nach Anderen von 
Hans Kreuzer ausgeführt wurde. Wir geben von seinen zahlreichen bilds 
nerischen Zierden, die übrigens zum Theil schon vor 1622 entstanden 
sind, die eolossale Bronccstatue Albrecht7s V., des Grossvatcrs Maxis 
milian7s, eine der besten Statuen an dem Werke.  Nach der Litogkaphie 
bei Chapuy, Allemagne pittoresqne. 
Pia. 9. Raub einer sabtaek1a, vonAak1aa c1evrtes.7s Gegen Ende des 
Jahrhunderts war Adrian de Vlies, ebenfalls ein Niederländer, als Bronces. 
arbeiter in Deutschland thätig. Ein äusserst charakteristischer Beleg 
für die Richtung der damaligen Sculptur giebt sein Raub einer Sabis 
nerin, eine Gruppe von ähnlicher Kühnheit der 0oncepti0n, wie das oben 
besprochene Werk des Giovanni da Bologna CFig. 2J, und von einer höchst 
vollendeten Technik. Der unserer Abbildung zu Grunde liegende Kupfers 
Stich trägt die Worte: Has effigies per Adrianum de Vries Haghien e cera 
formatas Joannes Mullcrus aeri incidit, nebst einem lateinischen Dis 
  Bartsch, a. a. 0. vol. III., n. 291. 
F1G. 10. BroncetseI1et vonWentzel .Iatm1Itzer.sss Unter den Gold  und 
Silberarbeitern dieser Epoche nimmt der Deutsche Wentzel Jamnitzer 
eine der bedeutendsten Stellen ein. Er lebte Zu Nürnberg in hohen 
Ehren und wird uns als Goldschmied der vier deutschen Kaiser Karl V, 
Ferdinand I., Maximilian II. und Rudolf II. genannt. Das vorgeiiihrte 
Broncerelief schmückt seinen auf dem S. J ohanniskirchhofe zu Nürnberg 
befindlichen Grabstein. Es enthält Zwei Medaillons,. das eine mit des 
Meisters Portrait und der Inschrift: Wentzel Jamnitzer alt 78, das ans 
Denkm51er der Kunst. II. 22
        

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