Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3558799
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Vierter Abschnitt. 
des Grabmals, von Valeri0 Cioli und Giovanni dell7 Opera, stellen die 
Malerei und die Architektur dar. Das Ganze ist von Vasari componirt.ss 
Cicognara, storia della scultura II, tav. LXV. 
FtG. 2. Raub einer sa.hinerln, von Giovanni da Bologna.  Den auf dies 
ser Abbildung repräsentirten Künstler C1524. 1608J haben wir vers 
glcichsweise schon auf Taf. 66, Fig. 3 herangezogen. Auch Giovanni ges 
hörte, obwohl von Geburt rein Flamänder, zu den entsehiedensten Vers 
tretern von Michel Angelols Kunstrichtung. Die berühmte Marmors 
gruppe des Raubes einer Sabinerin, welche den Zierden der Loggia de 
Lanzi zu Florenz zuzuzählen ist, giebt hiev0n eine charakteristische Aus 
sehauung. Ein Mann von kräftiger Körperbilclung hebt ein sich sträus 
bendes VVeib hoch empor, während er einen andern Mann zwischen seis 
neu Füssen besiegt am Boden festhält. Man erkennt die Schule leicht 
an der gewaltsamen Errcgtheit der Motive und verschiedenen Zügen einer 
kühnen subjectivität im Einzelnen. Das Ganze macht einen energischen 
Effekt. Bezeichnend ist die lJrzählung, dass der Künstler die Gruppe 
schon vollendet gehabt habe, als ihr ein Freund die dann von dem 
Künstler acceptirte Benennung des Raubcs der Sabinerin beilegte.  
La piazza del Gkanduca, Taf. IX. 
F1k;, 3, Hereur,voa demselben... Die hohe Formenschönheit, welche 
Giovanni da Bologna bei aller seiner willkürlichen Forcirtheit hie und 
da erreichte, leuchtet aus keinem seiner Werke in so seltener Stärke 
hervor, wie aus dem vorstehenden Mercur, einer Broncestatue des Florens 
tiner Museu1ns. Der Gott eilt springend durch die Luft, den linken 
Fuss auf den Hauch eines Zephyrs stützend, dessen aufwärts blicke11des 
Haupt die Basis der Statue ausmacht. Das Werk befand sich früher in 
der Villa Medici zu Rom.  Oicognara, a.  0. Il., Taf. LXlI1. 
F1G. 4. Grabmal des Pabstes Paul III., von Gugllelns1o della Porta. 
is 0ffenkundiger als bei irgend einem der bisher besprochenen Werke 
tritt uns an dem, im Chor von S. Peter beHndl.ichen, Grabmal Papst 
Paul3s III. von Guglielmo della Porta Cgest. .1577J der Einfluss seines 
Lehrmeisters Michel Angelo entgegen. Dasselbe ist ähnlich dem Grabs 
mal der Mediceer CTaf. 72, Fig. O angeordnet, Oben auf dem sakk0s 
ph.age thront die Bronzestatue des Papstes, eine Figur von einfacher, 
würdevoller Charakteristik. Darunter be1inden sich zwei liegende weibliche 
Gestalten aus weissem Marmor, von denen die zur Linken des Beschauers 
die Gerechtigkeit, die zur Rechten dagegen die Klugheit darstellt. Man 
erzählt dass der Künstler Letzterer die Züge der Mutter des Paps 
stes, Ersterer die seiner schwägerin Julia gegeben habe. Die ursprüngs 
lich ganz nackte Gestalt der Klugheit wurde wegen ihrer allzu üppigen 
Körperfor1nen später mit einem ehernen Gewande bekleidet. Zwei ebens 
falls ursprünglich zu dem Grabmal gehörige Figuren ähnlichen Inhalts 
befinden sich im Palast Farnese zu Rom.  0jcognara, a. a. 0. 1l., 
Taf. LXXX. 
 F1G. 5sss7. Neptun und zwellVleeresgottl1elten, von Bs.ktolommeo Arno 
neuen.  Die drei vorstehenden Figuren gehören zu demI:lauptwerke des 
Bartolommeo Ammanati, ebenfalls eines Schülers des Michel Angeld,
        

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