Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3558765
,mdäernen 
Kunst. 
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erreicht namentlich in seinen historischen Bildern mehr Wahrheit des Auss 
drucks und einen wärmeren Vortrag als die Manieristen. Auf dem vor. 
stehenden Bilde sehen wir Aeneas seinen Vater Anchises über die Trümmer 
des brennenden Troja davontragen; Weib und Kind folgen ihm. 1m 
Hintergrunde ein brennender Tempel und mannigfache scenen des Mors 
des und der Zerstörung.  Nach dem Stich von Pietr0 Donato. 
F1c,s,. 8. Die I1kschs.tkung 1:vas,von Pec1er1go Zuecaro.  In Federigo 
Zucearo Cgest. 1609J haben wir dafür wieder einen der afkeetirtesten Mas 
nieristen vor uns. Das v0rgefiihrte Bild zeigt uns Gott Vater die Eva 
aus der Seite des schlafenden Adam hervorrufend. Eva hebt mit siisss 
liel1saffektirter Andacht die Hände zu Gott empor. Die Grezwungenheit 
und innere Kälte kommt insbesondere an der Figur des sehlafenden 
Adam zu Tage.  Nach dem Kupferstich von J. Sade1er. 
 F1G. 9. Der Sturz des Icarus, vom Cava11eke dsA1spino. J Zur gewalts 
samsten Künstliehkeit steigert sich endlich der Manierismus in diesem 
Bilde des Oavaliere d7Arpino, eigentlich Giuseppe 0esari genannt Co. 1560 
.1640J. Es ist der unglückliche Flug des Daedalus mit seinem Sohne 
Jearus, dessen Schicksal wir in halsbreehendster Weise sich vor uns volls 
ziehen sel1en. Würdiger als Jcarus ist noch die Gestalt des Vaters, aber 
auch diese in ihrem mitleidigen Schmerz ohne alle natürliche Bmpfms 
dung.  Nach dem Stich von Rafae1 Guidi.  
Tafel 
XXVII. 
k89.J 
MÄLEREl. 
AUSsERlTALlEN1sCHE 
Fuss. 1. A11egorle, von Heinrich Sonntag.  Eine der ebenbetrachs 
treten italienischen Malerei verwandte Richtung bereitete gegen Ende des 
16. Jahrhunderts der besonders als Kupferstecher ep0cl1emaehende Nies 
der1änder Heinrich sG0ltzius  in seiner Ileimatl1 vor. Wir 
sehen schon aus dem al1eg0rischen Gegenstande des vorliegenden Blattes 
seine innere Verwandtschaft mit.jenen Manicristen. Eine auf der Welts 
kuge1 sitzende nackte weibliche Figur, als Ars bezeichnet, scheint dem 
neben ihr auf einer Tafel schreibenden Mann etwas zu diJctiren. Letzs 
terer hat die Beischrift Usus. Es scheint also dargestellt zu sein, wie 
die Uebung der Künste und Wissenschaften, deren Symbole auf der Erde 
liegen, auch praktischen Nutzen mit sich führe. Ebendahin zielen die 
beigeiiigten Unterschriften: 0.uisquis am0re b0nas exercet sedulus artes 
l Congerct obryzum multa cum laude metallum.I Die met steilen bei 
mind C0nsten t7Exerceren I Herr: beladen bcvint met veel Ry11dom in 
Eeren. Die Formbehandlung des Stiches zeigt eine grosse, aber äussers 
liebe Vjrtuosität. Das Blatt trägt das M0nogramm des II. Goltzius; ein 
dazu gehöriges Pe.ndant ist mit der Jahreszahl 1582 bezeichnet.  
Nach dem 0kigina1stieh.. 
        

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