Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3558038
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Vierter Abschnitt. 
Händen die Krone; zwischen ihrem und Christi Haupt schwebt die Taube 
des heiligen Geistes. Der Untersatz des Thrones ist von einer Menge 
kleiner nackter Engelgestalten eingenommen, welche die Marterwerkzeuge 
des Herrn in Händen halten. Um den Thron sind dann zunächst die 
Heiligen, Frauen und Männer, gesehaart, unter denen man,in der Mitte 
des Vordergrundes die vier Evangelisten mit ihren Symbolen und die 
vier Ki.rehenlehrer: Hieronymus, Gregorius, Ambrosius und Augustinus 
erkennt. Weiter hinauf stehen links die heiligen Jungfrauen: Katharina 
mit dem Rade, Maria Magdalena mit dem Nardenbüchslein, Barbara mit 
dem Thurm, Agatha, ihre im Martyrium abgesehnittenen Brüste vor sieh 
her tragend, Ursula mit dem Fähnlein, diesen gegenüber die heiligen Frauen: 
Helena, seholastiea, Moniea, Brigitta, Theresa, an den Attributen des 
Kreuzes, der heiligen Bücher, des Todtenlcopfes kenntlich. Darüber fols 
gen ferner auf der einen Seite die heiligen Bisehöfe und Märtyrer, auf 
der andern die heiligen Mönche und Prediger. Endlich über allen die 
Apostel mit Ausnahme der sehen unten dargestellten OEvangelisten. Das 
Bild hat in der Anordnung, Farbe und jener peinlich sauberen Detaillis 
rung die stärksten Anklänge an die Kunst der vorigen Epoche und selbst 
an den byzantinisehen Styl. Die derbe, mannigfache Charakteristik der 
Köpfe verriith dagegen .entsehieden den Geist der neuen Zeit. Nach 
einer auf dem Vordergrunde der Tafel beBndliehen Inschrift fertigten 
die genannten Künstler das XVerk im Jahr 1440.  Pjnaeoteea della lmp. 
Reg. Academie. Veneta delle helle sarti ill. da. Franeeseo Zanotto, Ven. l834, 
tom. II.  
F10,. 2. Icteu2igung Christi, von Andres. 1V1s.ntegns..  Wegen seiner 
inneren Verwandtschaft mit dem eben betrachteten Bilde der Vivarini sei 
hier ein VVerk des Andrea Mantegna Cvgl. Taf. 67 A, Fig. 2sss4J naehs 
getragen, welches uns den Künstler auf einer frühen Entwiekelungsstufe 
kennen lehrt. Dasselbe befindet sieh in der Galerie des L0uvre und 
stellt die Kreuzigung Christi dar. Den Mittelpunkt der streng symmes 
triseh angelegten C.0mposition nimmt der Heiland am Kreuze. ein; zu 
beiden Seiten die Sehäeher. Dazwisehen sieht man rechts die Kriegss 
kneehte um den Mantel des Heilands würfeln,i daneben zwei Reiter, die 
zu Christus aufblieken. Auf der andern Seite des Kreuzes stehen die 
Weiber, in tiefen Schmerz versenkt, um die ohnmäehtig hinsinkende 
Maria beschäftigt. Dem Reiter auf der rechten Seite des V0rdergrundes 
entspricht zur Linken Johannes, der händeringend den Blick zum Kreuz 
des Herrn emporriehtet. Eine reichbelebte Landsehaft dehnt sieh hinter 
dem Bilde aus, und ordnet sieh mit seinen Gruppen zu sehünen, klarges 
sonderten und wohl aneinande.rgefügten Massen zusammen. Im Einzelnen 
zeigt das WVerk sowohl in der Behandlung des Naekten als im Faltens 
wurfe der Gewänder viel ausserordentlieh schönes; die Ausführung wird, 
bei einer gewissen Troekenheit der Farbe, als sorgfältig und fein ges 
priesen. Die Holztafel misst 2, 1,7 10W in der Höhe, und 2, 3U ON in 
der Breite.  Landen, Annales du Musee, vol. V, pl. 19. 
Pia. 3. READ mit dem Kinde, von Giovanni Zaum.  In Giovanni 
Bellini  trifft alles Grosse, was die venetianisehe Schule
        

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