Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3557854
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Dritter Abschnitt. 
durch die Lüfte herab, von einer Schaar von Teufeln gefolgt, die mit 
tödtliehen Werkzeugen auf die sterbenden einzustiirn1en drohen. Das 
neben breitet sieh am Boden ein wiistes Bild des schon vol1strccl;ten 
Todes aus. Unmittelbar neben dem Sehauplatze der Lust liegen die 
Hohen der Welt mit Kranken und Bettlern in einen wirren Haufen zui 
sammengeworfen. Eine Anzahl von Krüppeln und Armen streckt .mit 
schwerlich wahrer Leidenschaft die Arme zu der Todesgöttin empor, 
Erlösung von den Qualen des Lebens erflehend. Neben diesem Gregens 
satze des ungeahnten und mit Sehnsucht erwarteten Todes wird uns 
dann auf der linken, durch eine Felsschlucht abgeschlossenen, Seite die 
plötzliche Mahnung des Todes in einer ungemein lebendigen Gruppe 
vcrgeifiihrt. Ein Jagdzug, voran der Fürst mit seiner zarten Gemahlin, 
dann die Ritter mit den Falken auf der Hand, die schönen Damen und 
endlich ein Zug von Pagen mit den Hunden und dem erlegten Wild, 
bewegt sich aus einer Schlucht hervor, als plötzlich drei offene Särge 
ihnen entgegenstarren; die Pferde scljauern und Entsetzen verbreitet sich 
über die zu harmloser Freude ausgezogene Schaar. sIn gleich bedeuts 
Samen Gegensätzen stehen Oe oberen Parthieen des Bj1des zu einander. 
Die Teufel im Gefolge der T0desgöttin, die wir bereits erwähnten, ringen 
mit Engeln um den Besitz der schon geraubten Seelen; einige werden 
ihnen zum Himmel entrissen, andere stürzen sie mit satanischer Freude 
in die Hölle hinab; und auch auf der rechten Seite des 1sIintergrundes, 
wo die ernste Beschaulichkeit frommer Einsiedler wie zur Versöhnung 
mit den geschilderten Schrecken dargestellt ist, sehen wir die Angst des 
Todes in die friedlichen Geschäfte des Lebens und das stille Nachdenken 
der Frommen hineingreifen.  C. La s ini0, Le Pitture akresco del 0ampo 
Santo di Pisa, tav. 4.
        

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