Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3557673
202 
Abschnitt. 
Dritter 
tails, in der man mit Recht ein Bild der damaligen Blüthezeit Kastiliens 
unter König Ferdinand I11. erblicken zu dürfen geglaubt hat. Neben 
den durchgehcnden spitzbögen erscheint als Abschluss der grossen Rose 
über dem Hauptportal der an arabiscl1e Elemente erinnernde Kielbogen. 
Die mit Fialen reichausgestatteten Thürme sind von achtseitigen durchs 
brochenen Pyramidcn bekrönt. Die aukfallendc Leerheit des unteren Gras 
 sehosses der Faeade rührt von einer im Jahre 1794 erfolgten Plünderung 
her, in welcher ein unermesslicher,Reichthum architektonischen und stas 
tuarischen schmucl:es von diesen Mauern abgerissen wurde.  vil1a 
Amil, a. a. 0. II, P. 18. 
Pia. 4. Ca.plI1s. del conclestable in der 1cathedrs.le von Zinses.  Eine 
ganz besondere Aufmerksamkeit verdient, als eines der üppigsten Baus 
Werke dieser dekorativen Gothik, die dem Schlusse des hohen Ohores 
der Kathedrale von Burgos angebaute 0apilla del Oondestable. Dieselbe 
wurde unter Ferdinand und 1sabella im Jahre 1487 von D. Pedro Hernans 
dez de Velasco, 0onnetable von Kastilien und seiner Gemahlin D.MeI1cia 
gegründet und birgt die Grrabmäler dieser beiden als ihre schönsten stas 
tuarischen Zierden. Im Grundriss ein Achteck von 80 Fuss Durchmesser 
erhebt sie sich in vier Stockwerken zus einer nicht unbeträchtliehen Höhe 
und wird von einer kühn gewölbten Kuppel, deren Rippenwerki die 
obersten Theile unserer Abbildung noch sehen lassen, überdeckt. Wir 
beünden uns vor dem Eingang hinter dem Hochaltar der Kathedrale 
und haben die beiden kolossalen Pfeiler vor uns, die den mit mehrfachen 
Reihen g0thischen Zackenwerks geschmückten Bogen des Ein anges 
stützen. Neben.seiner runden Wölbung zeigt der Bau den Spit5bogen 
in breiter, geschweifter und schlankerer Bildung. Die Pfeiler tragen eine 
grosse Anzahl statuarischer Werke, und ein gleicher Schmuck ist auch 
auf den spitzen der Bögen des zweiten St0ckwerkes und in den Galerien 
angebracht.  Villa Amil, a. a. 0.1, P. 65. 
. Pia. 5 und 6. Kirche von Datums.  Unter den portugiesischen Kirs 
chen aus gothischer Zeit nimmt die Kirche da batalha in der Nähe von 
Lissabon, so genannt, weil sie,im Jahr 1385 nach der siegreichen Schlacht 
von Aljaruta von König Johann I. erbaut wurde, die vornehmste stelle 
ein. Als Baumeister wird uns unter Anderen auch der Ir1änder Hacket 
angegeben und mit Ausnahme der an den Dächern und Gsesimsen herrs 
schenden südliohen Horizontallinie stellt sich die Kirche mit ihrer eins 
fachen Plananlage und klaren Durchbildung auch als ein echt germanisches 
Bauwerk dar. Das Langhaus CFig. 6J hat drei schiffe, deren mittleres 
bei einer Höhe von 90 Fuss die Seitenschilke etwa um ein Dritttheil übers 
ragt; an den weitaus1adenden, einschiikigen Q,uerbau schliessen sich uns 
mittelbar fünf Kapellen an, deren mittlere die grössere Breite des Mittels 
Schiffes hat und auch etwas mehr Tiefe besitzt als die seitenkapellen. 
Hinter dem Chor befindet sich, ähnlich wie bei der Kathedrale von Burs 
ges die 0apilla del eond.estable CFigJ 4J, die achteckige Grabkapelle des 
Königs Emannel, mit deren Binrechnung die Länge der Kirche 4164 7U auss 
macht. Die Fac;ade CFig. 5J zeigt bei zahlreichen horizontalen Abtheiluns 
gen ein zierlich aufsteigendes Strebesystem mit ausgezackten strebebögen
        

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