Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Text
Person:
Lübke, Wilhelm Lützow, Carl von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3555413
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3556906
Die Denlcmä1er 
der romantischen 
Kunst. 
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der Via Appia und Ardoatina belegenen Grabe COoemeterium des heil. 
OalixtusJ angehörig, ist einem der l1albkreisförmigen Sehilder entnoms 
men, welche gewöhnlich Cvgl. Fig. 10J die mittleren Hauptfelder der 
Decken umgeben. 1n den beiden mittleren Figuren erkennt man leicht 
Adam und Eva nach dem sündenfal1eCvgl. Fig. 8J; rechts davon bes 
findet sich der geheilte lGichtbrüchige, und links eine betende Frau in 
einer Tunica mit weiten Aermeln, welche die Sitte für keuscher als enge 
erklärte; vielleicht ist es die Todte, welche in dem Grabe beigesetzt war. 
 Bottari, a. a. O. Vol. l, tav.LX.s 
F1G. 10. Prescoh11c1 aus den 0atacomhsn.  Einen vollständigen Bei 
griff von der Composition dieser Malereien gewinnen wir aus dem ebens 
falls al Frcsco ausgeführten Deekenbilde eines an der Via Labicana bei 
legenen Grabes CGoemeterium des heil. MarcellinusJ. Die Darstellung ist 
in zahlreiche Felder getheilt, welche durch l3ogenlinien eingefasst und 
unter einander verbunden sich um ein quadratisches Hauptbi1d gruppiren. 
Jedes Feld enthält, im Gegensatz zu der gedrängten Fülle jener Sarkos 
phagreliefs, nur wenige Figuren. Das mittlere zeigt den guten Hirten 
unter Lämmern, das wiedergefundene schaaf auf dem Rücken tragend, 
das linke seite1ifeld das Opfer Isaaks, das rechte Christus, den Giehts 
brüchigen heilend; unten befindet sich Noah, in der Arohe die Taube. 
erwartend, und endlich oben Daniel in der Löwengrube.  Bottaki a. 
a. O. vol. II, tav. CI. 
F1k;. 11. Christus im Tempel.  Auf einem entsprechenden Halbkreis 
feldedesselben Grabes, welches wir .in Fig. 9 betrachtet haben, iindet 
sich, wie sonstOnicht oft, eine grössere Anzahl von Figuren beieinander. 
Man kann darin die Versammlung der 12 Apostel um den in der Mitte 
thronenden Heiland, oder, was bei der grossen Jugendliehlceit des iLetzs 
teren und dem im Vordergrunde befindlichen, Korbe, mit Schriktrols 
len mehr Wal1rsel1einlichkeit hat, den Streit Christi mit den Schritts 
gSI6h1lISl1.jm Tempel erkennen.  Aringl1i, Roma subterranea n:ovissima, 
vol. I, pag. 529. 
 F1G. 12. Prescogemä1de aus den cato.comben.s An diesem Deckenges 
mälde, demselben Grabe wie Fig. 10 angehörig, tritt die Verwandtschaft 
dieser Ma1ereien mit den Wandbildern der alten Römer, mit denen sie 
auch die ilüehtigsdekorative Ausführung theilen, besonders deutlich hers 
vor. Es sind wiederum eine grosse Anzahl von kleinen Feldern, welche 
durch geometrische Linien, 0rnamente und Thiergestalten mit einander 
verbunden und um das fast ständige Mittc1bild des guten Hirten geschaart 
sind. Die drei erhaltenen Figurenbilder der seitenfelder enthalten: Mos 
sSs mit den Gesetzestafeln; Moses, mit dem Stabe die Quelle hervors 
10OkSIICIs und wahrscheinlich Christus, zwischen,den Brodkörben stehend, 
als ÄUd9UtIIV8 der wunderbaren speisung; das vierte Feld ist, wie ein 
grosser Theil dieser leichtvergänglichen Kunstwerke, nicht mehr sichtbar; 
 B0HssikI a. a. O. vol. II, tav. OXIII. 
        

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