Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Schöne und die bildenden Künste
Person:
Ranzoni, Emmerich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519065
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3524014
Publicnm. 
und 
Kritik 
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anderen Zugehör zum Ausdrücke gebracht. Einstweilen aber 
muß ich Sie bitten, abznwarten.H 
Der Mann ging nicht sehr beschämt, die Besprechung 
der Eutwürfe wurde auch nicht in einem Buchstaben geändert, 
sie enthielt aber eine energische Verurtheilung der Arbeit 
des jungen Künstlers, der sich seither freilich nicht aus dem 
Gebiete der Denk1nalplastik einen geachteten Namen gemacht. 
Sein wohl1neinender Berwandter aber hat es begreiflicher: 
weise vermieden, noch einmal mit dem Kritiker zusam1nen 
zu treffen. Das Publieum irrt ohne Zweifel ebenso wie die 
Kritiker und die Künstler, aber es hat vor diesen Beiden 
das voraus, daß es seine Jrrthü1ner immer wieder zurück: 
nehmen und durch richtige Urtheile ersetzen kann, denn es 
ist sehr langlebig und kann Hunderte von Jahren hindurch 
seine Anschauungen berichtigen. 
Es ist souverän und kann im nächsten Augenblicke 
widerrufen, was es in diesem behauptet. Der Kritiker muß 
aber bei der Stange bleiben, und wechselt er seine Meinungen, 
so wird er als charakterlos verurtheilt und verliert Auto: 
rität, er soll sich weder beeinflußen lassen noch drehen und 
wenden. Eigensinn ist also eine seiner allerbesten Eigen: 
schaften und er soll sich eigentlich, wie Viele meinen, weder 
belehren nach bekehren lassen. 
Für den Künstler hinwieder sind zwar die Jrrthün1er, 
welche sie in ihren Werken begehen, verhängnißvoll, schiefe 
Urtheile aber, die ihnen bei Beurtheilung der Schöpfungen 
Anderer arriviren, schädigen sie in der allgemeinen Meinung 
gar nicht, ja sie sind bei den meisten Künstlern ganz natur: 
gemäß; nur die Meister von alleruniversellster Begabung 
bilden von dieser Regel eine Ansnah1ne, wie etwa der alte 
Menzel, der einmal sagte, ,,es sei weder ein Buch, noch ein 
Bild, noch eine Statue, noch ein Haus so schlecht gerathen, 
das; man, wenn man es der Mühe Werth hält, sie eingehend
        

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