Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Schöne und die bildenden Künste
Person:
Ranzoni, Emmerich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519065
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3523709
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Amateur, 
.Kunstkenner, 
Fälscher, Kunfthandel. 
jene in den Galerien echt. Das wiederholte Vorkommen 
von ganz gleichen Gemälden rührt eben daher, daß die 
Maler zu allen Zeiten es sich nicht versagten, besonders 
beifällig aufgenouunene Werke ihrer Hand selbst zu wieder: 
holen. Die Beispiele zu diesem Satze sind auch in der aller: 
neuesten Zeit nicht selten. Wir wissen von einem Genrebilde, 
das allgemeines Aussehen machte und in vielen Reprodue: 
tionen dem großen Publicum zugänglich wurde, da es der 
Künstler nicst weniger als sechsmal wiederholt hat. Ein 
Wiener Au1ateur, der eine ausgezeichnete Galerie besitzt, war 
ganz entrüstet darüber, daß eines seiner Cabiuetstiicke auch 
gleichlautend in anderen Galerieu vorkam. Er hat darüber 
einen Klagebries an den Meister geschrieben und dieser er: 
widerte ihm ganz kühl:  ich habe das Bild viermal 
gemalt, und es ist das auch mein Recht gewescn.H 
Die gefährlichsten sFiilfchungen, durch welrhe selbst die 
erprobtesteu Kenner getäuscht wurden, sind diejenigen, welche 
nicht ein bestehendes Kunstwerk nachahmen, sondern welche 
in der Art eines bestimmten Meisters und einer bestimmten 
Zeit, eines bestimmten Stiles ganz frei geschaffen werden. 
Nicht bloß Ein europäifrhes Museum, sondern mehrere der: 
selben bergen noch heute derartige Afterkuustwerke. Es ist 
sehr begreiflich, daß Künstler, welche in ihrem Fache Vir: 
tuosen sind, die Neigung besitzen, hie und da ihre Meister: 
schaft dadurch zu bezeugen, daß sie in der Art dieses und 
jenes Meisters malen oder meißeln. Einer der tüchtigsten 
Landschaftsmaler unserer Zeit gab dieser Neigung nach, ohne 
im mindesteu daran zu denken, dadurch Andere irrezuführeu 
oder Gewinn zu erzielen. Er hütete sogar diese Proben 
seiner Geschicklichkeit in der Regel so sorgfältig wie seinen 
Augapsel. Eines Tages ließ er sich aber doch dazu be: 
stimmen, ein solches Kunststück einem feiner Verehrer zum 
Geschenke zu machen, und nach mehreren Jahren kam die
        

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