Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Schöne und die bildenden Künste
Person:
Ranzoni, Emmerich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519065
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519764
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Das 
Schöne und 
die Kunst. 
Phantasie gekennzeichnet, deren Sache es sei, darzustellen, 
was sich nie und nirgends hat begeben. Wie Goethe nie: 
mals müde wurde, diese banalen Schwäher zu verspotten, 
so hat dies auch sehr energisch der englische Poet Dickens 
gethan, der zu ihrer Bezeichnung ein eigenes Wort erfand, 
indem er sie ,,ThatsachenburscheH nannte. Jeder Gegenstand 
in dem weiten Reiche der Natur hat sein Ideal, das eben 
in der Wirklichkeit stets ein tara avis in terra ist, und es 
ist dies die zum Typischen erhobene Einzelerscheinung. Das 
ist von erleuchteten Denkern so oft gesagt worden, daß es 
in den Augen mancher Leute wie ein Gemeinplatz erscheint 
und auch von manchen, welche die darin enthaltene Wahr: 
heit bestreiten, verächtlich als solcher behandelt wird. Diese 
so vermeintlichen Gemeinplätze sind aber Grundwahrheiten, 
welche immer wiederholt werden müssen, weil der Jrrthu1n, 
sei er auch noch so oft siegreich bekämpft, sich immer wieder 
erneuert und gerade so lange lebt und leben wird, wie die 
Menschheit selbst. Hand in Hand mit der Wahrheit ver: 
jüngt er sich immer und wird erst von der Welt ver: 
schwinden, wenn es mit dieser und unserer Wahrheit zu 
Ende ist. 
Wir kommen immer wieder zu der Anschauung zurück, 
daß alle Thätigkeit des Menschen und der Menschheit und 
alle Erkenntnis; antropomorph seien. Mit einer überzeugenden 
Kraft ist das in den nachstehenden Worten ausgesprochen, 
die wir um so lieber citiren, als sie das, was wir darauf 
bezüglich gesagt, wie in nuce zusammenfassen. Die Aus: 
fiihrung des weisen Erwägers aller menschlichen Dinge 
lautet: ,,Der aber ist nur noch ein großes Kind, welcher 
im Ernste denken kann, daß jemals Wesen, die keine 
Menschen waren, unserem Geschlechte Aufschluß über sein 
und der Welt Dasein und Zweck gegeben hätten. Es giebt 
keine andere Offenbarung als die Gedanken der Weisen,
        

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