Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Schöne und die bildenden Künste
Person:
Ranzoni, Emmerich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519065
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3522737
Illustration. 
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gleich den Ruf gewonnen hatten, dessen sie sich heute er: 
freuen, den schlagendsten Beweis geben, daß, wenn einer 
überhaupt dazu befähigt ist, das Jllustriren nicht schadet. 
Was aber wenige, die auf die Illustration herabsehen, zu: 
geben, ist die Thatsache, daß dazu ein großes positives 
Können, umfassende Bildung und fruchtbare Phantasie ge: 
hören. Mancher von denen, die sich über die Illustration 
erhaben fühlen, würde, wenn er welche liefern müßte, bald zu 
dem Bekenntnisse bewogen werden, das; hinter einer guten Jllu: 
stration weit mehr steckt als in manchem viel bewunderten 
Stimrnnngsbild. Allerdings muß man zugeben, daß das 
Jllustriren auch wieder eine speeielle Begabung erfordert, 
die hauptsächlich in dem Gedärhtnisse für Form liegt, das 
eben manchem trefflichen Künstler bis zu einem gewissen 
Grade fehlen kann, oder einfacher, es giebt eben Maler, die 
nach der Natur alles, ohne dieselbe nichts zu Stande bringen. 
Was versteht man überhaupt unter JllustrationP Im 
weiteren Sinne eigentlich nur die bildnerische Darstellung 
eines Gedankens. Sie soll veranschanlichen und erläutern, 
einen Gedanken, den Jnhalt einer Darstellung, ein Charakter: 
bild wiedergeben, die Phantasie des Lesers wecken und unter: 
stützen, und darin liegt ihre große Bedeutung; sie ist das 
vermittelnde zwischen Schriftsteller und Leser und hilft beiden, 
dem Dichter, daß er leichter verstanden wird, dem Leser, 
daß er leirhter versteht. In Bezug darauf, daß das Wort 
illnstrativ so oft als Tadel angewendet wird, ist auch zu 
sagen, daß das in der Ansicht begründet ist, das Jllustriren 
sei leichter und eines geringeren Könnens bediirstig. 
Der Unterschied zwischen Illustration und Gemälde 
liegt wohl auch vornehmlich darin, daß in der Jllnstration 
mehr erlaubt ist als im Bilde, daß schon in Folge des kleinen 
Formates die Conception nicht so streng erwogen zu sein 
braucht, denn es steht einmal trotz vieler gegentheiliger An:
        

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