Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Schöne und die bildenden Künste
Person:
Ranzoni, Emmerich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519065
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3521549
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Plastik. 
plastisches Werk beansprucht, desto wichtiger es ist, daß es aus 
edlem Material geformt sei, so ist auch die logische Con: 
sequenz der Thatsaihe gegeben, daß jede Art von farbiger 
Tonung nur dann zulässig sei, wenn das edle Material da: 
durch nicht verhiillt oder Verdeckt wird. Die meisten der 
Versuche, welche in den letzten Decennien in Bezug auf die 
Polyrhromirnng von Plastiken gelegt wurden, verfielen in 
den Fehler, daß sie die Wirkung des edlen Materiales nicht 
nur schwächteu, sondern geradezu aufhoben. Es ist ja durch 
die Forschungen von Künstlern und Knnstgelehrteu erwiesen, 
das; die Griechen sowohl ihre Gebäude als auch ihre plasti: 
schen Kunstwerke polyehromirt hatten, es ist aber auch eine 
Thatsache, daß sowohl die Werke der Architektur als auch 
die Werke der Plastik namentlich durch das Spiel von Licht 
und Schatten wirken. Entscheidend für den Eindruck, den 
ein plastisihes Werk hervorbringt, ist immer die Art und 
Weise, wie es vom Lichte und Schatten getroffen wird. Man 
versuche es doch und stelle eine vollendet modellirte Büste 
oder Statue in senkrecht auffallendes Oberliiht. Da werden 
die Formen wie verwischt und aufgelöst schwimmend er: 
scheinen, alle charakteristischen Züge, nicht nur nicht picant 
hervortreten, sondern verschwinden. Die farbige Tonung ist 
also so zu wählen, daß sie die Wirkung der günstigen Be: 
leuchtung eines plastischen Werkes in Bezug auf das Spiel 
von Licht und Schatten nicht aufhebt, sondern geradezu 
verstärkt. Wir haben ein Beispiel des Bersuches von un: 
zweckdienlicher Polychromirung in Wien erlebt. Man hat 
sich sehr zu beglückwünschen, daß dieser Versuch niemals zur 
ernsten Durchführung gelangte. Hausen, der die ans weißem 
Laaser:Marmor gebildeten Hertnen, welche u1nlaufend die 
beiden Sitzungssäle.des Parlamentssaales sch1uückten, als 
den coloristischeu Zusammenhang störend erkannte, fand, daß 
diese Art der Verzierung den Gesa1nmteindruck der Säle
        

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