Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Schöne und die bildenden Künste
Person:
Ranzoni, Emmerich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3519065
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3520906
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Architektur. 
ist, denken, das mögen diejenigen, die das insbesondere 
interessirt, in deren Schriften und auch in jenen der 
allerneuesten Arthur Schopenhauer7s, Ednard Hart1nann7s 
nnd Friedrich Nietzfche7s nachlesen. Wir und so manche 
Andere, die über obsoleten Notizenkra1n das Wesentliche 
nicht aus den Augen verlieren und so den Wald vor lauter 
Bäumen nicht übersehen, sind uns in diesem Betrachte voll: 
kommen klar gewesen. 
Diese historische Anschauung strictester Observanz hat, 
nebenbei bemerkt, auch in der Entwickelungsgefchichte ein: 
zelner Künstler die wunderlichsten Jrrthiimer zur Folge 
gehabt, indem man immer von dem ganz unhaltbaren 
Satze ausgegangen ist, daß ein späteres Werk im Aufwärts: 
gange eines Künstlers immer werthvoller gewesen sein muß 
als ein früheres, und ein allzu spätes, da, wo die Kraft 
des Künstlers naturgemäß dem Niedergange zuncigte, ein 
schwächeres gewesen sein muß. 
Man hat in allernenester Zeit es vielfach beklagt, das; 
unsere Schauspiel: und Opernhänser allzu groß geplant 
und ausgeführt werden, man hat sogar offen herausgesagt: 
,,Der Krebsschade, an dem die 1noderne Schauspielkunst 
kranke, seien die zu großen Schauspielhäuser, welche die 
Schauspieler zur groben Conlissenreißerei, derbste1n Farben: 
auftragen und übermäßig lautem Sprechen zwingen und 
jeden Versuch einer feineren Nuancirung verloren gehen 
ließen.U So wie in Schauspielhäusern, sei es auch in Ostern: 
häusern. Durch diese Großräu1nigkeit der Theater werde 
der Schauspieler dazu gezwungen, feine Betonungen, feine 
Mienen und Geberden alle im Alfrescostile zu halten, von 
einer eigentlichen Declamations: oder Gesangskunst könnte 
unter solchen Umständen keine Rede mehr sein. Ein Schau: 
spielhans solle nur 500 bis 1000 Plätze enthalten. Ein solches 
von 1500 verschlucke schon allzu viel und bezeichne schon
        

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