Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3511027
Franz 
der 
Erste. 
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stand. Nur mit Widerstreben brachte er jedesmal feiner Friedens: 
liebe das Opfer, Krieg zu beginnen. Gezwungen von. feinen 
Gegnern, das klarste Recht zu vertheidigen, bedauerte er sie die 
es verkannten und ihm die Waffen in die Hand nöthigten. Franz 
dagegen, der ihm in Schlauheit nichts nachgab, besaß diese 
Ueberlegung nicht und es fehlte ihm die Beständigkeit im Ver: 
folgen der Unternehmungen. Er kam wie ein Donnerwetter, 
beruhigte sich aber wenn feine Blitze nicht getroffen hatten. 
Er war launig, empfindlich und unfähig quälende Gedanken 
zu beherbergen. Bezeichnend ist für ihn, was freilich erst lange 
nach diesen Zeiten sich ereignete, daß er beim Tode seines 
ältesten Sohnes nicht erlauben wollte daß der Hof Trauer an: 
legte oder irgend Jemand ihn an den Verlust erinnerte. Jetzt 
als Gefangener in Madrid wäre er vor Gram gestorben, hätten 
die Unterhandlungen um seine Freiheit nicht zu einem Resultate 
geführt. Zwei Millionen an baarem Gelde, feine beiden Söhne 
als Geißeln, Aufgeben der Rechte aus Burgund, Vermählung 
mit Karls Schwester Eleonore, das waren die Bedingungen 
die mit heiligen Schwiiren bekräftigt wurden. All, das aber 
konnte Franz nicht hindern, sobald er sich in Freiheit fah, der 
Verbindung gegen den Kaiser beizutreten. 
Dieser rüstet langsam dagegen. Im Jahre 1526 läßt er 
den Papst einen kleinen Vorschmack dessen kosten, was ihm in 
Rom bevorstände, falls er nicht Ruhe hielte. Der Eardinal 
Colonna, nächst Soderini der mächtigste Feind der Medici, 
bricht von Neapel aus mit bewaffneter Hand in Rom ein. 
VIII DER Papst wollte man treffen. Die vaticanifche Vorstadt, 
der päpltITthe Palast vor allem, wird gepliindert. Clemens 
flüchtet in die Engelsburg und muß mit dem kaiserlichen Statt:,
        

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