Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3510965
iBandinetti7s 
Copie 
des 
Lcaokkoon. 
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angelo zu geben, Schon das Grabdenkmal bringe er nicht 
fertig, wenn er jetzt den Herkules begönne würden Sakristei 
und Bibliothek darunter leiden. Clemens stand zu niedrig um 
die Unmöglichkeit eines Rangstreites zwischen Michelangelo und 
Bandinelli zu fühlen. Man stellte ihm vor, er werde indem 
er beide beschäftigte doppelt gut bedient sein. 
Bandinelli hatte eben erst eine Copie des Laokoon für den 
König von Frankreich beendet, er arbeitete in der unmittel: 
baren Nähe des Papstes, und sein Werk gefiel Clemens so 
gut, daß er nicht nur an der Originalgruppe den fehlenden 
Arm von Bandinelli aus Wachs restauriren ließ, sondern auch 
die Copie, statt sie nach Frankreich zu schicken, in Florenz im 
Palaste der Familie aufstellen ließ. Man braudht heute in den 
Ufficien diese Gruppe nur zu sehen, um eine Idee von Bang 
dinelli,s Manier zu haben. Eine schwächliche, unruhige Nach: 
bildung der Antike. Und was den Arm anbelangt, welcher 
falsch gedacht, steif und unharmonisch zu dem Ganzen steht, 
so wäre es gut, wenn er ebenso wie die neuangeset3te Hand 
des Apoll von Belvedere wieder entfernt, und das antike Meister: 
werk von den Ansähen neueren Unverstandes gereinigt würde.39 
Bandinelli .producirte jeyt sein Modell eines Gegenstücks 
des bnonarrotischen David und der Papst gab ihm den Auf: 
trag. Im Juli 1525 langte der Marmor in Florenz an. 
Jedermann fühlte das Unrecht, das dem großen Michelangelo 
durch diesen Entscheid zugefügt worden war. Beim Heraus:s 
schaffen des Steines aus dem Fahrzeuge rissen die Stricke nnd 
er stürzte in den Arno, aus dem er mühsam wieder in die 
Höhe gehoben ward. Es coursirte darauf ein gereimtes Pas: 
quill, worin gesagt war, der Marmor habe sich aus Kummer,
        

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