Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3510859
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Leben 
L5X1ichelangelo7s. 
Zw.eites 
Capitel. 
Helden gewesen. Michelangelo hat sie so hoch erhoben als sie 
sich erheben ließen, und, indem er die Nachkommenschaft seines 
alten Gönners Lorenzo und dessen Bruders so darstellte, Alles 
was er in ihrem Hause an Wohlthaten empfing, in einer 
Weise vergolten die mehr als königlich ist. Die ganze Familie 
gewinnt durch diese Statuen ein Aussehen gewaltiger Fürst: 
lidhkeit, und höheren Adel als ihr weder ihre eigenen Thaten 
noch die Verbindung mit den Häusern der Kaiser und Könige 
verschaffen konnten. 
Ein Beweis, wie wenig von dem Andenken an das, was 
Lorenzo und Giuliano im Leben waren, übrig blieb, und wie, 
was sie heute sind, nur in der Arbeit Michelangelo7s liegt, ist 
die Verwechslung der Namen bei diesen Statuen, die bis auf 
unsere Zeiten gedauert hat. Denn sollte auch hier oder dort 
darauf aufmerksam gemacht worden sein, was mir jedoch nicht 
bekannt ist, so drang die Berichtigung sicher nicht durch und die 
falschen Bezeichnungen hafteten. Lorenzo, der hochmüthige, krieg 
gserische Herzog von Urbino wird von Vasari ,,der in Nachdenken 
VersunkeneU genannt und die Darstellung seines melancholischen, 
so traurig endenden Oheims Giuliano auf ihn gedeutet, wäh: 
rend dieser zu dem ,,kühnen, stolzenH Lorenzo gemacht, bisher 
unter der Gestalt seines Neffen betrachtet wurde. 
Die Marmorbilder, wie sie heute in der Sacristei von 
Sau Lsorenzo sich gegenüberstehen, bilden den Gegensatz des sich 
in sich selbst zurückziehenden Erwägens und des zur That sich 
erhebenden Entschlusses. Beide ruhen. Aber Lorenzo sitzt da 
wie ein Feldherr auf der Höhe eines Hügels, von dem herab 
er seine kämpfenden Soldaten beobachtet und den Lärm der 
Schlacht vernimmt, während Giuliano taub für das was um
        

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