Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben Michelangelo's
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3509978
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3515411
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Leben 
isUichelangelo7g. 
IIeuntes 
Capitel. 
allgemeinen Zustande zu Gute kam. Ohne diese Kriege hätten 
Shakespeare, Corneille und die spanischen Dichter die Cha: 
raktere nicht gefunden, welche sie austreten ließen. 
Bei uns dagegen ward nichts dergleichen erlebt. Man 
vertrug sich. Niemand störte die Lutheraner, um sie zu zwin: 
gen, sich im Ganzen ihrer Haut zu wehren, Niemand reizte 
die Katholiken zum Angriff. Während überall gewaltsames 
Drängen die Macht der Fürsten concentrirte und besestigte, 
schleppten sich bei uns die Dinge langsam weiter ohne Ent: 
scheidung im Großen. Die unendliche Theilung des Landes 
bestand fort und selbst der ungeheure Angriff der habsburgi: 
schen Dynastie, welche Italien und Spanien gegen den luthe: 
ranischen Norden hegte, um ihn zur Umkehr unter das alte 
Joch zu zwingen, hatten keinen Erfolg. Dreißig Jahre lang 
war Deutschland, das als eigne Nation den Ausschlag nicht 
zu geben vermochte, das Schlachtfeld für die es umgrenzenden 
Völker, und nachdem die Fremden, die so auf unseren Boden 
sich bekriegt, endlich Frieden geschlossen, kehrte der alte Zustand 
wieder. Niemand war Sieger gewesen, Niemand blieb Herr 
des Landes, das nur verloren hatte. Deutschland als ein 
Ganzes eristirte jetzt kaum mehr. Die katholischen Theile ver: 
fielen dem romanischen Einflusse, während in den protestan: 
tischen sich in geheimer Nachahmung der französischen Regie: 
rung das Fürsten: und Pastorenregiment bildete, das ein 
Kennzeichen des vorigen Jahrhunderts ist. In den übrigen 
Ländern wuchsen die Künste weiter: bei uns hörten sie im 
nationalen Sinne ganz auf, und der Protestantismus, der für 
die romanischen Länder zu einem Anstoß geworden war, alle 
Kräfte zusammenzunehmen, führte so für diejenigen, denen er
        

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